Full text: Arbeitsplatzbelastungen, arbeitsbedingte Krankheiten und Invalidität

– 69 – Anhang – Beschreibung der Datensätze und Fragebögen Der European Survey on Working Conditions (ESWC) Die Umfrage wird in regelmäßigen Abständen (Erhebungen fanden 1990, 1995, 2000 und 2005 statt) gleichzeitig in allen Mitgliedstaaten der EU durchgeführt. Ihr Ziel besteht darin, einen Überblick über den Stand und die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in der EU zu geben. Neben einem Gesamtbild der sich dynamisch verändernden Arbeitswelt wird anhand geziel- ter Fragen die subjektive Wahrnehmung von gesundheitlichen Folgen der beruflichen Tätig- keit ermittelt. Insofern stellt der ESWC eine geeignete und aktuelle (der Survey 2005 wurde erst kürzlich verfügbar gemacht) Informationsbasis für die Fragestellung zu arbeitsbedingten Kran- kenständen dar. Allerdings ist der Datensatz primär dafür konzipiert worden, Ergebnisse für die gesamte EU zu liefern. Bei der Umfrage von 2000 wurden je Mitgliedstaat etwa 1.500 Beschäf- tigte interviewt (mit Ausnahme Luxemburgs, wo die Zahl der befragten Personen 527 betrug). Aufgrund der kleinen Stichprobengröße werden vergleichende Auswertungen vor allem für Österreich im Vergleich zum EU 15-Durchschnitt vorgenommen. Viele der Belastungsmerkmale im European Survey wurden mittels 7 Intensitätsabstufungen erfasst, die Erhebungspersonen konnten bei ihrer Angabe differenzieren, ob sie "nie", "fast nie", "ein Viertel der Zeit", "die Hälfte der Zeit", "drei Viertel der Zeit", "fast immer" oder "immer" bei ihrer Arbeit der entsprechenden Belastung ausgesetzt sind. Für eine bessere Übersichtlichkeit bei der Darstellung der Auswertungen werden die 7 Ausprägungen meist in eine binäre "ja"/"nein" Variable zusammengefasst (siehe z. B. European Foundation, 2001). Diese Methodik findet auch bei der vorliegenden Untersuchung ihre Anwendung; dabei wurden alle Katego- rien bis einschließlich der Ausprägung "die Hälfte der Zeit" zu "ja" zusammengezogen; "nein" bedeutet demnach, dass die betreffende Belastung bei der Arbeit "nie", "fast nie" oder nur "ein Viertel der Zeit" vorkommt. Der Mikrozensus Juni 1999 Die rezenteste detaillierte Information zu den Arbeitsbedingungen in Österreich stammt aus dem Sonderprogramm im Rahmen der Mikrozensus-Erhebung im Juni 1999. Das Programm erfasst die beiden Themenkreise "Berufliche Belastungen" und "Umwelteinflüsse am Arbeits- platz", insgesamt wurden 39 Belastungsmerkmale abgefragt. Diese Merkmale wurden in die- sem Forschungsvorhaben zum Teil zu breiteren Faktoren zusammengefasst (siehe Ab- schnitt 1.4.2). Dazu wurde der von Statistik Austria zur Verfügung gestellte imputierte Daten- satz verwendet. Das Imputationsverfahren, das im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung entwi- ckelt wurde, gleicht statistische Verzerrungen, die sich aus der ungleichmäßigen Verteilung der Auskunftsablehnungen ergeben können, aus. Bei diesem Verfahren werden mittels einer auf sozio-demographischen Variablen basierenden Distanzfunktion für die fehlenden Anga- ben ähnliche Respondenten gesucht. Die fehlenden Werte werden imputiert; durch die Auf- füllung wird eine 100% Beteiligung simuliert (Fasching, 2000). Es resultiert ein Datensatz mit 26.434 Fällen (inkl. selbständig Beschäftigte) bzw. 22.727 Fällen (nur unselbständig Beschäf- tigte).

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