Full text: Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen

Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich 
Mag. Gerald Klec  3/14 
Studie im Auftrag der AK- Wien  
Vorbemerkung zum österreichischen System 
Die vorherrschende Form der Betriebspensionen sind in Österreich die Zusagen über 
Pensionskassen. Zentrale Bedeutung haben dabei Beitragszusagen bei überbetrieblichen Kassen 
(auf diese Variante wird im Folgenden primär Bezug genommen). 
Neben den Zusagen über Pensionskassen finden sich vor allem Direktzusagen (mit 
Rückstellungsbildung im Unternehmen). Lange Zeit war die Direktzusage der am weitesten 
verbreitete Durchführungsweg. Nach der Neuordnung des Betriebspensionsrechts im Jahr 1990 
hat sich das geändert, seither wurden sehr viele Direktzusagen in die neu gegründeten 
Pensionskassen „ausgelagert“ (häufig wurde dabei ein Wechsel von Leistungs- auf 
Beitragszusage vorgenommen). Neue Betriebspensionszusagen wurden seither fast ausschließlich 
in Form von Beitragszusagen über Pensionskassen erteilt. 
Ein spezifisches Versicherungsprodukt für Betriebspensionen - mit gleichem steuerlichen 
Rahmenrecht wie bei den Pensionskassen - gibt es erst seit 2006 („Betriebliche 
Kollektivversicherung“). Dieser Durchführungsweg hat bisher wenig Verbreitung gefunden.  
Insgesamt kommt der kapitalgedeckten betrieblichen Altersvorsorge in Österreich 
(Verbreitungsgrad rund 15% der Beschäftigten) im Vergleich zu den anderen hier betrachtenden 
Ländern eine wesentlich geringere Bedeutung zu. Die bei weitem dominierende Rolle innerhalb 
der österreichischen Altersvorsorge spielt nach wie vor die umlagefinanzierte gesetzliche 
Pensionsversicherung, die im Vergleich zu anderen öffentlichen Systemen ein hohes 
Sicherungsniveau bietet. Die Abhängigkeit der Pensionsansprüche von Kapitalmarktrisiken ist 
damit deutlich geringer als in vielen anderen Ländern. 
 
Art der Zusage (Beitragszusage/Leistungszusage) 
In Österreich sind bei den kapitalgedeckten, aus den Unternehmen ausgelagerten 
Betriebspensionszusagen Beitragszusagen (Defined Contribution) vorherrschend, 
Leistungszusagen (Defined Benefit) über Pensionskassen sind selten und haben tendenziell 
abnehmende Bedeutung.  
In den Niederlanden sind die Betriebspensionen generell aus den Unternehmen ausgelagert 
(keine Direktzusagen). Es handelt sich bei der weit überwiegenden Zahl der Fälle um 
Leistungszusagen. Teils ist ein Umstieg auf Beitragszusagen zu beobachten (2005 betrug der 
Anteil der Beitragszusagen 6 %).  
In Schweden gibt es für „ältere“ Angestellte Leistungszusagen, wobei der Zugang für die 
Jahrgänge 1979 und jünger ausgeschlossen ist. Das Defined Benefit Modell für „ältere 
Angestellte“ wird überwiegend als Direktzusage durchgeführt, teilweise aber auch in 
ausgelagerter Form über eine Versicherung abgewickelt. Berechnungsbasis für die Pensionshöhe 
ist das Letztgehalt, der Anspruch wächst mit der Anzahl der Arbeitsjahre. Angestellte Jahrgang 
1979 und jünger fallen unter ein neues aus den Betrieben ausgelagertes Defined Contribution- 
System, ebenso die Arbeiter, wo das System seit Anbeginn an als Beitragszusage konzipiert war.  
In Dänemark gibt es ein Defined Contribution System, allerdings überwiegend mit 
aufgeschobenen Annuitäten, also mit einer Art Defined- Benefit- Element. Das System ist 
versicherungsähnlich organisiert. Die Beiträge werden jährlich verrentet, was Sicherheit über 
einen bestimmten Mindestwert der künftigen Pensionshöhe gibt. Die jährlich aus den Beiträgen
        

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