Full text: Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen

Sicherungssysteme und Risikoverteilung bei Betriebspensionen - Ländervergleich 
Mag. Gerald Klec  4/14 
Studie im Auftrag der AK- Wien  
berechneten Annuitäten sind garantiert und ergeben in Summe den garantierten Anteil der 
Gesamtpension. Die Gesamtpension (Garantiewert + Gewinnzuteilung) hängt maßgeblich von 
den Kapitalmarkterträgen ab, ist aber durch die garantierte Mindestleistung nach unten 
abgesichert. Direktzusagen existieren nicht. 
In Deutschland wird die betriebliche Altersvorsorge nach wie vor zu einem hohen Teil über 
Direktzusagen abgewickelt (Leistungszusagen). Daneben gibt es verschiedene kapitalgedeckte, 
aus den Unternehmen ausgelagerte Durchführungswege. Zumeist handelt es sich dabei um 
Versicherungsprodukte (Direktversicherung, Pensionskassen1). Seit einigen Jahren gibt es als 
neuen Durchführungsweg Pensionsfonds, die weniger Beschränkungen in der Kapitalveranlagung 
unterliegen. Die neuen Pensionsfonds haben im Vergleich zu den anderen Vorsorgeformen 
aktuell noch wenig Bedeutung, allerdings mit steigender Tendenz.  
In Belgien basieren Betriebspensionen generell auf Kapitaldeckung und sind aus den 
Unternehmen ausgelagert (keine Direktzusagen). Vorherrschend sind Beitragszusagen, wobei der 
Arbeitgeber allerdings eine Mindestverzinsung für die einbezahlten Beiträge der Arbeitgeber und 
der Arbeitnehmer zu garantieren hat.  
Im Vereinigten Königreich sind die Betriebspensionen ebenfalls generell aus den Unternehmen 
ausgelagert und kapitalgedeckt (keine Direktzusagen). Es handelt sich überwiegend um 
Leistungszusagen (3/4 der aktiven Anwartschaftsberechtigten im privaten Sektor, im öffentlichen 
Sektor 100 %). Nachdem viele Anwartschafts- und Leistungsberechtigte nach der 
Kapitalmarktkrise rund um das Jahr 2002 mit massiven Verlusten von 
Betriebspensionsansprüchen konfrontiert worden waren, wurde für den Fall der 
Arbeitgeberinsolvenz und Unterdeckung der Ansprüche ein Sicherungsfonds für diese 
Leistungszusagen geschaffen. Neue Zusagen werden im Vereinigten Königreich im Privatsektor 
überwiegend als Beitragszusagen erteilt. Mehr als die Hälfte der Anwartschaftsberechtigten mit 
Defined Benefit Zusagen befand sich 2006 in Systemen, die für neue Mitarbeiter geschlossen 
waren. 
Sicherheitsmechanismen bei Insolvenz des Arbeitgebers 
Die Insolvenz des Arbeitgebers kann vor allem bei den nicht kapitalgedeckten Direktzusagen 
enorme Auswirkungen auf die erworbenen Pensionsansprüche haben. Im untersuchten 
Länderquerschnitt kommen Direktzusagen außer in Österreich auch in Schweden und 
Deutschland vor.  
Wie bereits oben erwähnt wurden in Österreich nach Errichtung der Pensionskassen viele 
Direktzusagen in kapitalgedeckte Pensionskassenmodelle umgewandelt. Zentraler Grund für die 
Zustimmung der Arbeitnehmer zu diesem Umstieg auf externe Kapitaldeckung war zumeist die 
mit der Auslagerung verbundene Abkoppelung der erworbenen Anwartschaften und 
Leistungsansprüche vom Unternehmensschicksal. Bei Insolvenz des Arbeitgebers ist die 
Absicherung von Ansprüchen aus Direktzusagen nur auf einem sehr niedrigen Niveau gegeben. 
Aus dem Insolvenzentgeltsicherungsfonds werden maximal 24 Monatsbeträge gezahlt. Finanziert 
wird der Fonds aus Beitragszahlungen, die von allen Arbeitgebern zu entrichten sind.  
                                                 
1
 Die deutschen Pensionskassen sind Versicherungsinstitute, deren Geschäftstätigkeit auf Betriebspensionen 
ausgerichtet ist. Sie sind den Regeln des Versicherungsaufsichtsgesetzes unterworfen und unterscheiden sich damit 
ganz wesentlich von den österreichischen Pensionskassen.
        

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