Volltext: LKW-Stellplatzbedarf im hochrangigen österreichischen Straßennetz (40)

A r b e i t e r k a m m e r W i e n 3 2. Vorgangsweise 2.1 Der Ansatz Die Ruhezeiten von KFZ-Lenkern sind ein wesentliches Erfordernis für den sicheren Betrieb der KFZ. Dies kommt beim Straßengüterfernverkehr besonders zum Tragen, da die Fahrtweiten groß sind und der Zeitdruck für die Lenker hoch ist. Die Europäische Verordnung 561/2006 (EG) legt in den Artikeln 6-9 die Vorschriften für Lenkzeiten, Fahrtunterbrechungen und Ruhezeiten für Kraftfahrer fest. In Artikel 12 sind Ausnahmen für Einzelfälle vorgesehen, die dann in Geltung treten, wenn keine geeigneten Halteplätze verfügbar sind1. Auch wenn diese Regelung streng ausgelegt wird – es müssen mehrere Kriterien gleichzeitig zutreffen, um die Lenkzeiten ausdehnen zu können – besteht für die Lenker dennoch ein Fenster, in dem das Weiterfahren trotz Ablauf der Lenkzeit ermöglichet wird. Dies kann weder im Interesse der Lenker sein (Gesundheit) noch im Interesse der Verkehrssicherheit (Übermüdung). Ein weiteres Problem beim Abstellen des LKW auf ungeeigneten Flächen kann die Gefahr eines Diebstahls sein. Die mangelnde Ausstattung mit verfügbaren LKW-Abstellplätzen erhöht somit die Bereitschaft der Lenker, die Arbeits- und Lenkzeitreglung maximal auszunutzen und somit die Verkehrssicherheit zu gefährden. Es ist daher Vorsorge zu tragen, dass die KFZ-Lenker im hochrangigen Straßennetz ausreichend Stellplätze vorfinden. Tatsächlich ist in den letzten Jahren der Mangel an LKW-Stellplätzen im österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz recht groß geworden, wie zahlreiche Medienberichte zeigen2. Die ASFINAG hat das Problem erkannt und sieht die Errichtung von zusätzlichen KFZ-Stellplätzen vor, wobei das Schwergewicht bei den LKW-Stellplätzen liegt. In den nächsten Jahren ist die Schaffung von rund 1.000 zusätzlichen LKW-Stellplätzen vorgesehen. Die Entscheidung des einzelnen Lenkers, sein Fahrzeug auf einem Parkplatz zwecks Erholung und Nächtigung aufzusuchen, hängt von Quelle, Ziel und Fahrtweite ab. Eine individuelle Analyse müsste die Quell-Ziel-Fahrten umfassend analysieren. Die dazu notwendigen aktuellen Fahrtenmatrizen stammen aus dem Jahr 2000 (ÖIR) bzw. 2002 (BMVIT) und sind auf Grund der seither eingetretenen starken Steigerungen des LKW- Verkehrs überholt. Außerdem wäre eine Modellierung des Zeitpunkts des Parkplatzbedarfs Neuland und nur mit hohem Aufwand zu leisten. 1 Ausführlich dargestellt bei SCHÄRMER, Fahrer in der Pattstellung. In: StraßenGüterVerkehr, August 2009 2 Auch in Deutschland fehlen ausreichend LKW-Abstellplätze. Siehe: FOLLMANN und MENGE, Verbesserung der Parkmöglichkeiten für LKW an der Autobahn. In: Straße und Autobahn 1/2009

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