Full text: Agrotreibstoffe - Lösung oder Problem? (183)

A G R O T R E I B S T O F F E  –  L Ö S U N G  O D E R  P R O B L E M ?  
2    I n f o r m a t i o n e n  z u r  U m w e l t p o l i t i k  
und Haushalten. Der Begriff Agrarkraftstoff bzw. Agrardiesel bezeichnet demnach eine Un-
tergruppe der Biokraftstoffe. 
Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster 
Linie durch eine Beimischung von etwa 4,7 % Volumenprozent Biodiesel zu Diesel. Seit 
Oktober 2007 wird zusätzlich Bioethanol fossilen Benzinkraftstoffsorten in ähnlichem Um-
fang beigefügt. 2007 wurden in Summe 370.046 Tonnen Biodiesel, 20.400 Tonnen Bio-
ethanol sowie knapp 18.000 Tonnen Pflanzenölkraftstoff  in Verkehr gebracht, und damit 
eine auf das gesamte Jahr bezogen eine Substitution von 4,23% (gemessen am Energien-
halt) erreicht. 
In der Anfang des Jahres 2008 vorgelegten Richtlinie des Europäischen Parlaments und 
der Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen wird ein 
Zielwert von 10% (gemessen am Energieinhalt) Biokraftstoffanteil bis 2020 vorgesehen. In 
Österreich soll (lt. Regierungsprogramm) 2010 10%, 2020 bereits 20% aller Kraftstoffe aus 
alternativen Quellen stammen. 
 
Bilanzierung von Biokraftstoffen 
Die Verbrennungsemissionen aus biogenen Kraftstoffen bzw. biogenen Anteilen in Fertig-
produkten werden gemäß internationalen Vorgaben zur Erstellung von Treibhausgasinven-
turen CO2-neutral bilanziert. Die CO2Emissionen aus der Verbrennung von Biokraftstoffen 
scheinen somit in der Österreichischen Luftschadstoffinventur nicht auf. Anfallende Emissi-
onen aus Anbau und Verarbeitung von Biokraftstoffen sind in den Sektoren Landwirtschaft 
bzw. Industrie jedoch enthalten und werden jenen Ländern zugeordnet, in denen der An-
bau sowie die Produktion stattfindet. Für eine gesamthafte Beurteilung von Biokraftstoffen 
ist eine Berücksichtigung sämtlicher vorgelagerter Emissionen (auch im Ausland) eine not-
wendige Voraussetzung. 
Die Genauigkeit dieser Berechnungen hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab. Um 
Treibhausgasbilanzen erstellen zu können sind folgende Faktoren von zentraler Bedeu-
tung: 
? Art der eingesetzten Kraftstoffe 
? Herkunft der Rohstoffe: aus Österreich, Import von Rohstoffen bzw. Halb-
/Fertigprodukten 
? Art der Biokraftstoffproduktion (Anlagentypen, Anlagengrößen, Anlagenstandorte) 
? Eventuelle Landkonvertierung 
? Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Strukturen/Praktiken 
? Substitutionseffekte der Koppelprodukte 
? Wechselwirkungen zwischen Sektoren
        

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