Full text: Agrotreibstoffe - Lösung oder Problem? (183)

P O L I T I S C H E  Z I E L E  U N D  D I E  A K T U E L L E  D I S K U S S I O N  Z U  B I O T R E I B S T O F F E N  
B u n d e s a r b e i t s k a m m e r    3  
Unter Berücksichtigung dieser Prozesse zeigen die derzeit in Österreich eingesetzten Biok-
raftstoffoptionen eine positive Treibhausgasbilanz. 
 
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direkte CO2-Emissionen  gesamte CO2-Emissionen  gesamte CO2-Äquivalent-Emissionen
 
 
Von entscheidender Bedeutung für die Treibhausgasemissionen von Biokraftstoffen ist die 
Verwertung der Nebenprodukte, welche bei der Produktion anfallen. In der Abbildung ist 
am Beispiel Biodiesel (RME) dargestellt wie die gesamten Treibhausgasemissionen durch 
den Einsatz der anfallenden Nebenprodukte beeinflusst werden. Im Fall von Biodiesel ent-
steht bei der Herstellung Glycerin, welches petrochemisch erzeugtes Glycerin ersetzen 
kann. Bei der Bioethanolproduktion fällt als Nebenprodukt DDGS (Dried Distillers Grains 
with Solubles, Trockenschlempe) ein hochwertiges Eiweißfuttermittel für die Landwirt-
schaft, an. Dieses Produkt substituiert üblicherweise Sojaimport aus Übersee (Amerika), 
was wiederum in der Treibhausgasbilanz zu berücksichtigen ist. 
Der Einsatz von Biokraftstoffen führt zu einem Rückgang der Österreichischen Treibhaus-
gasemissionen im Transportsektor. Von 2005 auf 2006 sind die THG Emissionen des 
Transportsektors um etwa 5% gesunken. Diese Reduktion lässt sich etwa zur Hälfte auf 
den Einsatz von Biokraftstoffen zurückführen. Der Biokraftstoffeinsatz ist damit bisher die 
wirksamste umgesetzte Maßnahme der Österreichischen Klimastrategie zur Reduktion der 
THG-Emissionen im Verkehr. 
Neben den Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen sind weitere umweltrelevante 
Aspekte jedoch von hoher Relevanz. Der Einsatz von Biokraftstoffen kann zu einem höhe-
ren Flächennutzungsdruck führen und damit – in Abhängigkeit von eingesetzten Rohstof-
fen, der Anbauregion, der landwirtschaftlichen Praxis etc. – auch deutlich negative Umwelt-
folgen aufweisen. Hierzu zählen speziell die Emissionen aus Böden nach Flächennut-
zungsänderung (z.B. Rodung von tropischen Regenwäldern), erhöhter Einsatz an Pflan-
        

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