Full text: Inside Job

Inside Job 
„Inside Job ist ein Dokumentarfilm von Charles H. Ferguson über die weltweite 
Finanzkrise ab 2007. Der Film wurde von Sony produziert und im Mai 2010 bei den 
Filmfestspielen in Cannes gezeigt. Er erhielt 2011 den Oscar für den besten 
Dokumentarfilm. 
[…] 
Der Film beginnt mit seiner Darstellung in Island, dessen Wirtschaft von der Krise besonders 
schwer getroffen worden war. Malerische Landschaftsaufnahmen, kurze Ausschnitte aus 
Fernsehsendungen und ausführliche Interviews wechseln einander ab. Ein Sprecher (Matt 
Damon), der selbst nicht im Bild erscheint, verbindet all dies miteinander, indem er die 
Ereignisse nacherzählt. 
Die Herangehensweise des Films wird bereits durch seinen Titel vorbereitet: Inside job ist im 
Englischen eine informelle Bezeichnung für eine Straftat zum Nachteil eines 
Unternehmens, die durch einen eigenen Mitarbeiter verübt wird, also eine Straftat durch 
einen Insider. Der Dokumentarfilmer befragt daher Banker, Politiker und 
Wirtschaftsprofessoren nach den Ursachen der Finanzkrise und kommt zu dem Fazit, dass 
der Grund für die Krise in der Liberalisierung der Finanzmärkte liege. Die Entwicklung 
des Subprime-Marktes und die Vorgeschichte der Krise, ihr Verlauf, ihre 
internationalen Auswirkungen am Beispiel Chinas, die Reaktionen hierauf und die 
Nachgeschichte werden von den Beteiligten in den Interviews beschrieben und 
kommentiert. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Darstellung der Korruption in der 
amerikanischen Justiz und in der Wissenschaft. Der Grund hierfür liege in der 
personellen Verflechtung von Banken, Investmentbanken, Ratingagenturen, 
Versicherungen, Industrie, Politik und der Wirtschaftswissenschaft an den großen 
Universitäten in den Vereinigten Staaten. Einige zentrale Akteure der Krise, die sich einst in 
Gutachten für die Deregulierung der Finanzmärkte eingesetzt hatten, haben selbst als 
Mitarbeiter in Unternehmen von der Entwicklung in erheblichem Umfang profitiert und haben 
sie in der amerikanischen Politik, insbesondere in der Regierung von George W. Bush, 
unterstützt. 
Abschließend zeigt Ferguson auf, dass unter Präsident Barack Obama, der in Abkehr von 
der Regierung Bush gewählt worden war, teilweise wiederum die gleichen Personen für die 
Kontrolle der Finanzmärkte zuständig sind, die seinen Recherchen nach die Krise mit 
ausgelöst hatten. Während also an der Spitze der Politik ein Wechsel stattgefunden hatte, 
herrschte ansonsten Kontinuität: ‚Es ist eine Wall-Street-Regierung‘ (‚It's a Wall Street 
government‘) sagt der amerikanische Bürgerrechtler Robert Gnaizda gegen Ende des 
Films. Der damalige Direktor des Internationalen Währungsfonds Dominique Strauss-Kahn 
sagte im Film: ‚Die Finanzbranche hatte 2008 Angst bekommen. Jetzt will sie zu ihren alten 
Spielregeln zurück‘.  
Ferguson weist darauf hin, dass die Vereinigten Staaten das Land mit der größten Spreizung 
bei Einkommen und Vermögen in der westlichen Wirtschaft seien und dass sich diese 
Schieflage im Zuge der Finanzkrise weiter verschärft habe. In seiner Rede zur 
Entgegennahme des Oscars wies Ferguson als erstes darauf hin, dass keiner der 
Schuldigen wegen der Verursachung der Finanzkrise verurteilt worden seien. Dies sei ein 
Fehler.“
        

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