Full text: Bildungsschranken aktiv überwinden

4 1. Einleitung Laut OECD-Studie („Education at a Glance“ – Bildung auf einen Blick 2010) ist in Österreich die Hochschulausbildung stark von der sozialen Herkunft abhängig. Wie in kaum einem anderen Land zahlt sich in Österreich ein hoher Bildungsabschluss in ökonomischer Hinsicht aus. Das Einkommensgefälle zwischen Hoch- und Geringqualifizierten ist im Vergleich zu anderen Industriestaaten extrem hoch, was vor allem auf die niedrige AkademikerInnenqoute von 18 Prozent zurückzuführen ist, die weit unter dem OECD-Mittel von 28 Prozent liegt. Für Österreich lassen die weit unterdurchschnittlichen und wenig dynamischen Studienanfängerzahlen (39 Prozent eines Jahrgangs gegenüber 56 Prozent im OECD-Mittel) und die sehr hohen Abbrecherquoten (25 Prozent eines Altersjahrgangs schließen ein Hochschulstudium ab, der OECD Schnitt liegt bei 38 Prozent) keine wesentliche Steigerung der AbsolventInnenzahlen für die kommenden Jahre erwarten. Die OECD-Studie basiert auf der „International Standard Classification of Education“ (ISCED), die laut BildungsexpertInnen nicht ausreichend in der Lage ist, der Diversität von Bildungssystemen gerecht zu werden (vgl. Schneeberger, 2010), Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass Österreich anderen OECD-Ländern bezüglich Bildungsinvestitionen nachhinkt. So leben etwa in der Schweiz derzeit 1,4 Millionen Menschen mit einer tertiären Ausbildung, im bevölkerungsreicheren Österreich sind es hingegen nur 800.000 mit Hochschulausbildung. Ein besonderer Wermutstropfen: In Österreich ist laut OECD die soziale Bildungsmobilität vergleichsweise gering - und das trotz der Tatsache, dass das Studium weitgehend steuerfinanziert ist und der Staat StudentInnen aus einkommensschwachen Verhältnissen im OECD-Vergleich zumindest durchschnittliche Unterstützung gewährt. Der Anteil an Studierenden aus Nicht- AkademikerInnenfamilien ist an Österreichs Hochschulen unterdurchschnittlich repräsentiert. In Österreich gibt es demnach für Kinder aus nichtakademischen Haushalten große Bildungsbarrieren. Noch schwieriger sind diese Hürden zu bewältigen, wenn es sich

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.