Full text: Mitbestimmung in Europa (11)

Generali: Internationale Protestaktion
Einem positiven Konzernergebnis zum Trotz plant die Konzernleitung den Abbau von Arbeitsplätzen.
Gemeinsam mit anderen europäischen Ge-
werkschaften haben die Gewerkschaft der 
Privatangestellten (GPA) und der Be-
triebsrat der Generali Österreich zu in-
ternationalen Protestaktionen aufgeru-
fen. Unter dem Motto »Gleiche Rechte 
für alle Generali-Beschäftigten« werden 
alle Generäle der Generali auf Postkarten 
aufgefordert, die Zusage für die Siche-
rung der Arbeitsplätze in Italien für alle 
Beschäftigten des Konzerns in Europa 
wirksam werden zu lassen.
Hintergrund der Aktion ist der vom 
Konzern in Triest beschlossene Strategie-
plan 2005–2008. Allein in Österreich 
plant das Management von Generali im 
Rahmen des Umstrukturierungskon-
zeptes »Move on« trotz eines Konzerner-
gebnisses 2005 von 1,9 Milliarden Ge-
winn die Kündigung von 390 Arbeits-
plätzen.
»Während es in Italien kollektivver-
tragliche Abmachungen zur Verhinde-
rung von Kündigungen und Standort-
schließungen gibt, ist das für die anderen 
Länder mit Generali-Standorten offenbar 
nicht erwünscht. Was für die Beschäf-
tigten in Italien gilt, muss auch für alle 
anderen ArbeitnehmerInnen im Konzern 
gelten«, forderte der stellvertretende Ge-
schäftsführer der GPA, Karl Proyer. Die 
italienischen Gewerkschaften unterstütz-
ten in einem Akt der Solidarität die Pro-
testaktion, die am 17. Oktober stattfand. 
Protestaktionen gab es auch in Madrid 
und Barcelona, in Hamburg, München 
und Köln. Die Postkartenaktion lief in 
Polen, Tschechien, der Slowakei, in Un-
garn und Slowenien. Bereits Ende Juli 
hatten 700 Beschäftigte von Generali Ös-
terreich in Kitzbühel gegen die drohenden 
Kündigungen protestiert. G. M.
IMB: Weltweite Vereinbarungen 
Rahmenvereinbarungen zur Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten in globalisierter Weltwirtschaft.
Ende September 2006 veranstaltete der In-
ternationale Metallgewerkschaftsbund 
(IMB) erstmals eine Weltkonferenz über 
Internationale Rahmenabkommen. Rund 
160 Delegierte von Metallgewerkschaften 
aus der ganzen Welt diskutierten im Ge-
bäude des IG Metall-Vorstandes über die 
zukünftige Strategien für internationale 
Rahmenabkommen.
Internationale Rahmenabkommen 
werden zwischen einem multinationalen 
Konzern und den Gewerkschaften auf glo-
baler Ebene ausgehandelt, aber lokal um-
gesetzt. Inhaltlich geht es um drei Kern-
forderungen, die in diesen Abkommen 
enthalten sein müssen: Erstens die Kern-
arbeitsnormen (etwa Vereinigungsfreiheit, 
Recht auf Kollektivverhandlungen, Verbot 
von Kinderarbeit). Zweitens eine Klausel, 
die auch die Zulieferer und Geschäftspart-
ner des Konzerns weltweit zur Einhaltung 
der Normen verpflichtet und drittens um 
einen Mechanismus zur Kontrolle der Ein-
haltung. Bisher wurden weltweite Abkom-
men in 15 Unternehmen der Metallindus-
trie, vorwiegend in der Automobilherstel-
ler- und -zulieferindustrie (mit Konzernen 
wie BMW, VW oder DaimlerChrysler), 
aber auch in der Stahlindustrie (Arcelor), 
Luftfahrtsindustrie (EADS) abgeschlossen. 
Die erste Vereinbarung wurde 2001 mit 
dem Hausgerätehersteller Merloni/Indesit 
unterzeichnet, die letzte im Juni 2006 mit 
PSA Peugeot Citroen. Europäische Be-
triebsräte (EBR) und weltweite Arbeitneh-
merInnenvertretungen spielen beim Ab-
schluss und der Durchsetzung dieser Rah-
menvereinbarungen als transnationale 
Gremien eine wichtige Rolle. G. M.
©
 P
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