Full text: Mitbestimmung in Europa (11)

Arbeit&Wirtschaft 11/2006
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außen, von Dietmar Ecker ›die BAWAG 
Affäre sei ein reiner Kriminalfall‹ selbst 
glauben, wird das Fundament des neuen 
ÖGB immer im Sumpf stehen.«
Betriebsräte keine 
 Gewerkschaftsmitglieder
Eine anderer Teilnehmerin in Wien: »Am 
erschreckendsten für mich ist die Tatsa-
che, dass von 15.000 Betriebsrats-Mit-
gliedern bei den Angestellten ein Drittel 
nicht bei der Gewerkschaft sind. Natür-
lich soll man Mitglieder werben, das ist 
keine Frage. Aber: Die Arbeitneh-
merinnen und Arbeitnehmer werden im 
Moment kein Interesse haben, diesem 
ÖGB beitreten zu wollen. 
Desinteresse der Mitglieder?
Zu allererst muss eine klare und offen 
ersichtliche Neuausrichtung bzw. Ge-
staltung des ÖGB und der Teilgewerk-
schaften erfolgt sein, die für die Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitnehmer nach-
vollziehbar ist. Dann erst kann an 
eine Mitgliederwerbung gedacht 
 werden.«
Offene Fragen
Die auf den verschiedenen Konferenzen 
aber auch auf ÖGB-Internetplattform 
zu verschiedenen Themen der ÖGB-
Reform geäußerten Fragen und Stel-
lungnahmen, warum die Regionalkon-
ferenzen so schlecht besucht seien, ob 
dies am Desinteresse der Mitglieder oder 
an den Vorgängen im Österreichischen 
 Gewerkschaftsbund oder (auch) an der 
mangelhaften Bekanntmachung und 
 Bewerbung dieser Veranstaltungen liegt 
und ob seitens der ÖGB-Spitze auch ein 
wirkliches Interesse an möglichst vielen 
und gut besuchten ÖGB-Reform-Regio-
nalkonferenzen bestand, blieb da wie 
dort offen.
Dass es auch anders geht und in re-
lativ kurzer Zeit bei entsprechender Vor-
bereitung und Bewerbung viele Mit-
glieder und Betriebsräte organisiert und 
einbezogen werden können, zeigen die 
Betriebsversammlungen zu den »Metal-
ler-Kollektivvertragsverhandlungen« 
von Metaller- und Angestelltengewerk-
schaft, bei denen bis Ende Oktober 
 allein innerhalb einer Woche an die 
13.000 KollegInnen, also viermal so 
viele Mitglieder als bei den über zwei 
Monate laufenden Regionalkonfe-
renzen, mobilisiert werden konnten. 
 W. Leisch
Mehr zur Reformdebatte zu den verschie-
densten Themen unter der vom ÖGB ein-
gerichteten Internet-Disk­ussionsplattform: 
www.oegbreform.at
I N F o
Sie zeigen, wie neue Ansätze in der Erfül-
lung öffentlicher Aufgaben umgesetzt 
werden. Dabei sind es vor allem drei Be-
reiche, die eingehender behandelt wer-
den: Kontraktmanagement (Steuerung 
durch Leistungsvereinbarungen), De-
zentrale Fach- und Ressourcenverantwor-
tung (Globalbudgets) und ergebnisorien-
tierte Steuerung. Den Rahmen geben 
New Public Management (NPM) und 
das Konzept von Good Governance.
NPM erhebt den Anspruch, die her-
kömmliche bürokratische Steuerung öf-
fentlicher Aufgaben durch Verfahrensvor-
schriften (Kompetenzverteilung und Ver-
waltungsverfahren) und Kameralistik 
(Dienstpostenpläne, Zuweisung von 
Sachmitteln und verbindliche Jahresvor-
anschläge) durch einen neuen Ansatz der 
ergebnisorientierten Steuerung zu erset-
zen. NPM geht in der Regel Hand in 
Hand mit der Auslagerung öffentlicher 
Aufgaben aus der Verwaltung und ihrer 
Übertragung an verselbständigte Einrich-
tungen, zivilgesellschaftliche Organisati-
onen und Unternehmen. Den Herausge-
bern des Bandes zufolge soll dieser Ansatz 
durch Good Governance, »einer neuen 
Strategie zur umfassenden, strategischen 
und nachhaltigen Modernisierung des 
öffentlichen Sektors« erweitert werden, 
die sich zunehmend auf Bürgerbeteili-
gung und Politikreform richte.
Das Buch gibt einen guten Überblick 
über aktuelle Veränderungsansätze im öf-
fentlichen – vor allem kommunalen – Be-
reich. Wer sich allerdings eine kritische 
Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen 
erwartet, wird enttäuscht werden. 
 H. Wabnegg
Öffentliches Management
in Österreich
Der Sammelband umfasst Erfahrungsberichte von Praktikern aus dem 
öffentlichen Bereich, wie Bundesdienststellen und Kommunen. 
Helfried Bauer, Peter Biwald,  
Elisabeth Dearing (Hrsg.): 
Öffentliches Management in Österreich. 
Realisierung und Perspektiven. 
KDZ Managementberatungs- und 
WeiterbildungsGmbH, 
www.kdz.or.at 
Wien, Juni 2003, 364 Seiten. 
ISBN 3-901683-18-6, € 33,80
Meinung, Bücher
        

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