Volltext: Die digitale Gesellschaft (4)

Arbeit&Wirtschaft 4/2008 Aus AK und Gewerkschaften
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k o n t a k t
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Tabelle 1: »Übersicht über Kosten von 
Weiterbildungslehrgängen«).
Internet geizt mit Informationen 
Generell erweist sich das Informations-
angebot im Internet als mangelhaft. Be-
sonders wenig Auskünfte gibt es darüber, 
in welcher Form die TeilnehmerInnen 
von der Weiterbildung profitieren. Nur 
ein Drittel der Anbieter macht dazu An-
gaben, nur rund 40 Prozent informieren 
online über konsumentenschutzrecht-
liche Fragen. 42 Prozent der Anbiete-
rInnen geben auf ihren Homepages keine 
Informationen über Ausstattung und 
Qualität sowie die Inhalte des Lehrgangs 
preis. Am besten wurden online zeitliche 
Lage und Struktur der Lehrgänge (62 
Prozent) beschrieben.
Nur bei der Hälfte der AnbieterInnen 
waren die Allgemeinen Geschäftsbedin-
gungen, Kündigungs- und Rücktrittsmo-
dalitäten sowie Stornobedingungen ver-
fügbar. Selbst auf Nachfrage konnten da-
rüber keine ausreichenden Informationen 
bezogen werden. Bei konsumenten-
schutzrechtlichen Fragen haben am häu-
figsten die privaten AnbieterInnen keine 
zufriedenstellende Auskunft gegeben.
Ähnlich verhält es sich mit Durch-
falls- bzw. Abbruchsquoten, über die sehr 
oft keine konkreten Angaben am Telefon 
gemacht werden konnten, da die An-
sprechpersonen, die »Zahlen nicht so ge-
nau im Kopf« hatten. 
Realistische Zeitangaben fehlen
Gerade für Berufstätige ist eine genaue 
Terminplanung wichtig. Der tatsächliche 
zeitliche Aufwand wird im Internet aber 
nicht immer veranschaulicht. Neben den 
unmittelbaren Präsenzzeiten müssen oft 
auch zusätzliche zeitliche Aufwendungen, 
wie Praxisphasen, Prüfungsvorberei-
tungen und dergleichen, mitberechnet 
werden. 
Bei drei der ausgewählten Angebote 
konnte der tatsächliche Zeitaufwand 
nicht festgestellt werden. Bei den anderen 
lag die angegebene zeitliche Belastung bei 
insgesamt 150 bis 1.440 Stunden. Das 
Ausmaß des zusätzlichen Zeitaufwands 
reichte bis zu 2.100 Stunden. 
Da die Weiterbildungslehrgänge in 
der Regel nicht als Selbstzweck absolviert 
werden, sondern die TeilnehmerInnen 
einen persönlicher Nutzen (Höherquali-
fizierung, Gehaltssteigerung, ...) erwar-
ten, wurde auch diese Dimension in die 
Erhebung einbezogen. Bei den Fachhoch-
schulen blieb mehr als die Hälfte der Fra-
gestellungen zum individuellen Nutzen 
unbeantwortet. Die privaten Anbieter la-
gen bei dieser Frage im Durchschnitt. Bei 
Universitäten und Anbietern von Lehr-
gängen universitären Charakters war die 
telefonische Beratung überdurchschnitt-
lich gut.
Universitätslehrgänge gut
Von den untersuchten AnbieterInnen 
schnitten die Universitätslehrgänge am 
besten ab. Sie hatten in den meisten 
 Bereichen das größte Informations-
angebot. 
Nur zehn Prozent konnten über Aus-
stattung und Qualität online oder auf 
telefonische Nachfrage keine Angaben 
machen. Zum Vergleich: 22 Prozent der 
privaten AnbieterInnen gaben dazu keine 
Auskunft. Auch über die Inhalte des Lehr-
gangs stellen Universitäten und Fach-
hochschulen online am meisten Informa-
tionen zur Verfügung. (65 bzw. 63 Pro-
zent). Auch hier schneiden private An-
bieter vergleichsweise schlecht ab – nur 
knapp über die Hälfte informieren on-
line. 
Insgesamt konnten – mit Ausnahme 
der Universitäten – bei rund einem Vier-
tel der Anbieter keine Informationen zu 
den Inhalten des Lehrgangs eruiert wer-
den (siehe Tabelle 2: »Informations-
angebote der Anbieter im Vergleich).
AK fordert Qualitätssiegel 
???Damit sich Weiterbildungsinteres-
sierte angesichts des »Wildwuchses« an 
Lehrgängen besser zurechtfinden, for-
dert die AK ein Qualitätssiegel, das 
ausreichende Informationen zu Kos-
ten und Leistungen eines Lehrgangs 
garantiert. Einbezogen werden sollen 
dabei Kriterien wie Gesamtkosten, 
Preis pro Unterrichtseinheit, Storno-
bedingungen und Informationen über 
den Nutzen für den Beruf. 
???Initiativen zur Schaffung eines sol-
chen Qualitätssiegels sollen vom 
für die  Erwachsenenbildung zustän-
di gen Unterrichtsministerium in 
Koope ration mit dem Wissen schafts-
minis terium, in dessen Kompetenz-
bereich die Angebote an Universitäten 
und Fachhochschulen fallen, gesetzt 
werden. 
???Darüber hinaus muss von beiden 
 Ministerien eine umfassende Stra -
tegie zur Qualitätssicherung bei 
 Weiterbildungslehrgängen erarbeitet 
werden. 
Informationsangebote der Anbieter im Vergleich 
Information online
Telefonische 
Nachfrage
nicht 
 eruierbar 
Ausstattung und Qualität des Anbieters 58 24 18
Inhalt des Lehrgangs 58 21 21
Kosten und Förderungen 54 14 33
Zeitliche Lage und Struktur des Lehrgangs 62 17 21
Fragen des Konsumentenschutzes 39 28 33
Persönlicher Nutzen für Teilnehmende 30 36 33
Quelle: öibf, Angaben in Prozent, Rundungsdifferenzen möglich, 
zweistufige Erhebung: 1. Informationsangebote online, 2. telefonische Nachfrage
        

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