Arbeit&Wirtschaft 10/2012 7Aus AK und Gewerkschaften
�Die Aufk�ndigung des Kollektivvertrages 
f�r journalistische MitarbeiterInnen bei 
Tages- und Wochenzeitungen durch den 
Verband der �sterreichischen Zeitungen 
(V�Z) just im Zuge der Terminkoordi-
nation f�r die n�chste Verhandlungsrun-
de ist ein v�llig unangebrachter Eskalati-
onsschritt�, erkl�rt der Vorsitzende der 
Journalistengewerkschaft in der Gewerk-
schaft der Privatangestellten, Druck, 
Journalismus, Papier (GPA-djp) Franz C. 
Bauer. �Die Journalistengewerkschaft in 
der GPA-djp fordert die Arbeitgeber 
auf, diesen Schritt im Sinne weiterer ver-
trauensvoller Gespr�che zu �berdenken. 
Offenbar geht es den Arbeitgebern doch 
um eine dramatische Verschlechterung 
bei den Einkommen und Rahmenbe-
dingungen, auch wenn man �ffentlich 
Gegenteiliges beteuert.� Die GPA-djp 
tritt auch der durch die Arbeitgebe-
rInnen vertretenen Ansicht entgegen, 
durch die K�ndigung entstehe ein v�llig 
rechts freier Raum bei der Vertragsgestal-
tung. �Nur zur Klarstellung: Es gilt in 
solchen F�llen immerhin noch das orts-
�bliche Entgelt und das ist immer noch 
das im Kollektivvertrag festgelegte Ent-
gelt�, so Karl Proyer, GPA-djp.
Trotz dieser Provokation durch die 
Arbeit geberInnen, steht die Gewerk-
schaft weiterhin f�r konstruktive Ver-
handlungen im Sinne einer nachhal-
tigen L�sung f�r die Branche zur 
Verf�gung und h�lt die vereinbarten 
Verhandlungstermine aufrecht. In 
einem offenen Brief wendet sich die 
Journalistengewerkschaft an alle Journa-
listInnen in �sterreich und kritisiert die 
Vorgangsweise des V�Z scharf. Auf die 
K�ndigung des Journalisten-KV durch 
den Verband �sterreichischer Zeitun-
gen reagieren das Pr�sidium der Journa-
listengewerkschaft in der GPA-djp und 
die Betriebsr�tInnen-Konferenz mit 
dem einstimmigen Beschluss, Kampf-
ma�nahmen bis hin zum Streik einzu-
leiten. Der Antrag auf Freigabe wird 
umgehend vom GPA-djp-Pr�sidium an 
den �GB-Vorstand �bermittelt. Die 
Gewerkschaft will damit verhindern, 
dass mit 1. J�nner 2013 ein vertragsloser 
Zustand entsteht, der f�r die Journalis-
tInnen in den einzelnen Unternehmen 
im schlechtesten Fall nachteilige Ar-
beitsbedingungen bis hin zu finanziellen 
Einschr�nkungen bedeuten k�nnte.
Zur Unterst�tzungserkl�rung im 
 Internet:
tinyurl.com/927yvle
GPA-djp:
Emp�rung �ber Aufk�ndigung des Journalisten-KV
Journalistengewerkschaft startet Internet-Unterst�tzungsaktion.
�GB:
Wer mehr fordert, wird besser bezahlt
Equal Pay Day: Frauen bleiben heuer f�r 87 Tage �unbezahlt�.
Manche Unternehmen machen es sich 
leicht: Andrea S. wollte f�r einen Job als 
Grafikerin ein deutlich geringeres Mo-
natsgehalt als ein m�nnlicher Bewerber. 
Beide wurden eingestellt, beide erhielten 
ihr Wunscheinkommen. Frau S. verdien-
te daher trotz gleichwertiger T�tigkeiten 
monatlich um 700 Euro weniger als ihr 
Kollege. Das ist unzul�ssig, entschied der 
Oberste Gerichtshof bereits vor einigen 
Jahren. Es gilt daher: Unterschiedliche 
Gehaltsvorstellungen d�rfen nicht zu un-
gleicher Bezahlung f�hren.
Fehlende Informationen und be-
scheidene Entgeltforderungen tragen 
dennoch dazu bei, dass Frauen oft 
nicht ihrer Qualifikation entsprechend 
bezahlt werden. Manchmal liegt es 
auch daran, dass Frauen � bewusst oder 
unbewusst � anders als M�nner behan-
delt werden. �Unsere Erfahrungen zei-
gen, dass Frauen oft geringere Zulagen 
als M�nner erhalten�, sagt Brigitte 
 Ruprecht, �GB-Bundesfrauenvorsit-
zende. Nicht nur das erweist sich oft als 
�Einkommensfalle�. Frauen �verlieren� 
Geld durch die Babypause, durch Teil-
zeitarbeit und haben allgemein gerin-
gere Karrierechancen.
F�r 87 Tage �unbezahlt�: Im Ganzen 
verdienen Frauen in �sterreich f�r die 
gleiche Arbeit durchschnittlich 23,7 
Prozent weniger als M�nner � das ist ei-
ner der schlechtesten Werte in der EU. 
In Tagen gerechnet bedeutet der Ein-
kommensunterschied, dass M�nner am 
6. Oktober (Equal Pay Day) bereits je-
nes Einkommen erreicht haben, wof�r 
Frauen noch bis zum 31. Dezember ar-
beiten m�ssen. Statistisch gesehen blei-
ben 87 Tage des Jahres f�r Frauen �un-
bezahlt�.
Richtig verhandeln: Damit Frauen 
bereits vor Gehaltsverhandlungen wis-
sen, was sie zumindest erwarten k�n-
nen, haben die �GB-Frauen im vergan-
genen Jahr die Angabe des Mindestein-
kommens in Jobinseraten durchgesetzt. 
�Damit gibt es f�r Frauen eine H�rde 
weniger, wenn es darum geht, gleich gut 
wie M�nner bezahlt zu werden�, sagt 
Ruprecht. 
Das ausgeschriebene Einkommen 
dient aber nur zur Orientierung: Son-
derzahlungen m�ssen im Inserat nicht 
angegeben werden. Daher gilt nach wie 
vor: Wer richtig verhandelt, wird besser 
bezahlt.
Wenn das gew�nschte Einkommen 
aber nicht von Beginn an durchgesetzt 
werden kann, gibt es die M�glichkeit, 
Neuverhandlungen nach einer festge-
legten Probezeit zu vereinbaren. Vorab 
am besten beim Betriebsrat dar�ber 
 informieren, welches Einkommen im 
Unternehmen �blich ist. 
 Weitere Tipps zu Einkommensver-
handlungen unter �Downloads�:
tinyurl.com/9mfhqaz
        

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