Full text: Lieber reich als arm (1)

Arbeit&Wirtschaft 1/2013 7Aus AK und Gewerkschaften
Grundsätzlich sind die Fahrtkosten für den 
Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbe-
trag von 291 Euro abgegolten, der in der 
Lohnabrechnung berücksichtigt wird. 
Zusätzlich können ArbeitnehmerInnen 
unter bestimmten Voraussetzungen aber 
das kleine oder das große Pendlerpau-
schale und ab 2013 voraussichtlich auch 
einen „Pendlereuro“ geltend machen. 
Dabei kommt es unter anderem auf die 
Entfernung des Wohnorts von der Arbeit 
und die verfügbaren Verkehrsmittel an.
Was für PendlerInnen voraussicht-
lich ab 2013 gilt:
 » Verbesserungen für Teilzeitbeschäf-
tigte: Auch Teilzeitbeschäftigte können 
nun ab vier Arbeitstagen pro Monat das 
große oder das kleine Pendlerpauschale 
geltend machen. 
Für das volle Pendlerpauschale müs-
sen die Voraussetzungen wie bisher an 
mehr als der Hälfte der möglichen Ar-
beitstage eines Monats, zumindest an 11 
von 20 Arbeitstagen, gegeben sein. 
Zwei Drittel können Sie ab 2013 ab-
setzen, wenn Sie die Voraussetzungen 
zwischen acht und zehn Tage in einem 
Kalendermonat erfüllen. Ein Drittel 
gibt es, wenn diese Voraussetzungen zu-
mindest an vier, höchstens an sieben Ta-
gen des Monats erfüllt sind.
 » Der Pendlereuro: Wer einen Anspruch 
auf ein Pendlerpauschale hat, kann sich 
zusätzlich einmal im Jahr (!) einen Euro 
pro Kilometer des Hin- und Retour- 
Arbeitsweges von der Steuer abziehen 
 lassen. 
 » Verbesserung bei geringem Einkom-
men: Wer die Voraussetzungen für Pend-
lerpauschalen und Pendlereuro erfüllt, 
aber keine Lohnsteuer zahlt, erhält bis 
zu 290 Euro als Pendlerzuschlag. So 
 können zusätzlich zur Negativsteuer von 
110 Euro, die es schon davor gab, nun 
bis zu 400 Euro an Negativsteuern ent-
stehen, die das Finanzamt über die 
 ArbeitnehmerInnenveranlagung ausbe-
zahlt. 
 » Kein Pendlerpauschale bei Dienstfahr-
zeugen: Stellt der Arbeitgeber ein Dienst-
fahrzeug zur Verfügung, das auch privat 
genutzt werden kann (Sachbezug), gibt 
es kein Pendlerpauschale und keinen 
Pendlereuro.
 » Das „Jobticket“: Mit dem neuen 
 „Jobticket“ haben Arbeitgeber auf frei-
williger Basis die Möglichkeit, die Benüt-
zung der öffentlichen Verkehrsmittel 
durch ihre MitarbeiterInnen zu fördern: 
Sie können den Beschäftigten steuerfrei 
eine Jahreskarte oder ein anderes nicht 
übertragbares Ticket zur Verfügung stel-
len, damit diese öffentliche Verkehrs-
mittel kostenfrei für den Arbeitsweg 
 benützen können. Die Kosten für das 
Jobticket sind für die Unternehmen voll-
ständig von ihrer Steuer absetzbar. Das 
Jobticket kann auch ArbeitnehmerInnen, 
die keinen Anspruch auf das Pendler-
pauschale haben, zur Verfügung gestellt 
werden.
Mehr Info: tinyurl.com/d228vkv
Arbeiterkammer:
Pendlerpauschale neu
Ab 2013 gibt es einige Änderungen und Verbesserungen.
ÖGB:
Bildungsteilzeit kommt ab Juli
Zugang zu beruflicher Weiterbildung soll erleichtert werden.
Gerne wird davon geredet, wie wichtig es 
ist, sich ständig weiterzubilden. In der 
Praxis stoßen ArbeitnehmerInnen aber 
häufig auf Hürden. Vor allem die Ein-
kommenseinbußen haben Niedrigverdie-
nerInnen davon abgehalten, in Bildungs-
karenz zu gehen. Das und weitere Stol-
persteine sollen nun beseitigt werden. 
Der Ministerrat hat dazu ein Fachkräfte-
paket beschlossen, das im Frühjahr vom 
Nationalrat beschlossen werden und mit 
1. Juli in Kraft treten soll.
Die wesentlichen Neuerungen:
 » Bildungsteilzeit: Weiterbildung soll 
auch berufsbegleitend möglich sein. Ver-
ringert man die Arbeitszeit um ein Viertel 
bis die Hälfte, soll es Bildungsteilzeitgeld 
geben, um den entfallenden Arbeitslohn 
auszugleichen. Damit die Bildungsteilzeit 
nicht dazu missbraucht wird, in Krisen 
Personalkosten zu sparen, indem man Be-
schäftigte einfach in Bildungsteilzeit 
schickt, soll eine Grenze eingezogen wer-
den, wie viele Beschäftige diese zugleich 
nutzen können. 
 » Änderungen bei der Bildungskarenz: 
Sie soll nur noch bei vorangegangener 
 arbeitslosenversicherungspflichtiger Be-
schäftigung möglich sein, geringfügig Be-
schäftigte können sie also nicht mehr in 
Anspruch nehmen. Wird in der Bildungs-
karenz ein Studium absolviert, sind pro 
Semester künftig Prüfungen im Ausmaß 
von vier Semesterwochenstunden bzw. 
acht ECTS (bzw. eine Bestätigung über 
den Fortschritt und zu erwartenden posi-
tiven Abschluss einer Diplom- oder sons-
tigen Abschlussarbeit) nachzuweisen.
 » Fachkräftestipendium: Dieses ist offen 
für Beschäftigte und Arbeitslose, wenn 
mindestens vier Jahre arbeitslosenversi-
cherungspflichtige Beschäftigung in den 
letzten 15 Jahren vorliegen und die Auf-
nahmevoraussetzungen erfüllt sind bzw. 
eine bestandene Aufnahmeprüfung nach-
gewiesen wird.
Mehr Info: bildunggehtweiter.at
        

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