Full text: Generation Zukunft (6)

Arbeit&Wirtschaft 6/2013 23Schwerpunkt
Sicherheit und den Gesundheitsschutz. 
Dadurch sollen Arbeitsunfälle, aber auch 
arbeitsbedingte Erkrankungen, die in den 
letzten Jahren aufgrund des ständig stei-
genden Arbeitsdruckes allgemein stark 
zugenommen haben, verhindert werden. 
Ähnlich wie bei den Erwachsenen müssen 
auch die Arbeitsplätze der Jugendlichen 
evaluiert werden, allerdings ist gem. § 23 
KJBG zusätzlich auf einige Besonderhei-
ten, z. B. auf Körperkraft, Alter und Stand 
der Ausbildung und der Unterweisung 
speziell Rücksicht zu nehmen. 
Besonders wichtig ist für Jugendliche 
die sogenannte Gefahrenunterweisung 
nach § 24 KJBG. Durch sie soll gewähr-
leistet werden, dass sie ähnlich wie bei 
einer Berufsausbildung durch Informati-
on und Unterweisung in die Lage ver-
setzt werden, die für die jeweilige Tätig-
keit notwendigen Schutzmaßnahmen 
nach geltender Rechtslage zu ergreifen. 
Dazu sind sie aber nur dann in der Lage, 
wenn sie zeitlich ausreichend, verständ-
lich und inhaltlich richtig unterwiesen 
wurden. Leider dauern solche Unterwei-
sungen in der Praxis oft viel zu kurz und 
sind inhaltlich verbesserungsbedürftig. 
Da – wo gewählt – ein Mitglied des Be-
triebsrates und des Jugendvertrauens-
rates gem. § 24 Abs 3 KJBG derartigen 
Unterweisungen beizuziehen ist, sollte 
auch diese Gelegenheit künftig mehr ge-
nützt werden, auf notwendige Verbesse-
rungen einzuwirken. 
KJBG-VO
Die sogenannte KJBG-VO bezieht sich 
auf Arbeiten, die für Jugendliche gefähr-
lich sein können. Das sind z. B. solche 
mit gefährlichen Arbeitsmitteln wie 
Kreissäge, Winkelschleifer u. v. a. m. Die 
Bedienung gefährlicher Arbeitsmittel ist 
in § 6 KJBG-VO geregelt und für Ju-
gendliche – von wenigen Ausnahmen ab-
gesehen – verboten. 
Ausnahmen für Lehrlinge
Für Lehrlinge gibt es im Zusammenhang 
mit der notwendigen Berufsausbildung 
Ausnahmen. Sie dürfen
 » nach einer Ausbildungszeit von 18 Mo-
naten, mit Gefahrenunterweisung in der 
Berufsschule nach Richtlinien der AUVA 
ab 12 Monaten Ausbildungszeit und 
 » unter Aufsicht mit solchen Arbeitsmit-
teln arbeiten, soweit dies für die Vermitt-
lung der wesentlichen Fertigkeiten und 
Kenntnisse nach den Ausbildungsvor-
schriften unbedingt erforderlich ist. Größ-
te Vorsicht ist trotzdem in jedem Fall an-
gebracht, weil es immer wieder zu schwe-
ren Verletzungen kommt. 
Die Unfallzahlen jugendlicher AN 
und die arbeitsbedingten Erkrankungen 
müssen deutlich gesenkt werden. Ju-
gendliche sind im Bereich der Arbeitssi-
cherheit und des Gesundheitsschutzes 
unerfahren und noch von keinen fixen 
Verhaltensmustern geprägt. Sie sind da-
her wesentlich gefährdeter, können aber 
auch noch leichter zu einem sicheren 
Arbeiten angeleitet werden. 
Bei den arbeitsbedingten Erkran-
kungen dauert es zumeist einige Zeit, 
bis es zu Auswirkungen (z. B. Bewe-
gungs- und Stützapparat, psychische Be-
einträchtigungen durch Stress etc.) 
kommt. Folgen von Fehlbelastungen 
werden daher oft erst im Erwachsenen-
alter ersichtlich. 
Die Gesundheit ist eines unserer 
wertvollsten „Güter“. Viele, die gesund 
sind, halten dies für selbstverständlich. 
Wie Unfälle zeigen, kann sich das bin-
nen Sekunden ändern. 
Die jeweiligen ArbeitgeberInnen 
hätten aufgrund ihrer Fürsorgepflicht 
und der genannten gesetzlichen Bestim-
mungen dafür zu sorgen, dass die Rege-
lungen zugunsten der Arbeitssicherheit 
und des Gesundheitsschutzes eingehal-
ten werden. Aussagen von Betroffenen 
und Betriebsräten, Jahresberichte der 
Arbeitsinspektion, insbesondere aber 
die Zahlen über Arbeitsunfälle zeigen, 
dass dies bei Weitem nicht immer funk-
tioniert. Es besteht daher dringender 
Handlungsbedarf im Sinne einer Ver-
besserung der präventiven Maßnah-
men. Davon abgesehen ist es aber auch 
wichtig, dass jede/r einzelne Jugendli-
che selbst darauf achtet, ihre/seine 
 Gesundheit zu erhalten. Die in den Be-
trieben beschäftigten erwachsenen Ar-
beitnehmerInnen können (sollen) sie 
dabei durch entsprechende Vorbildwir-
kung unterstützen. 
Internet:
AUVA-Material für Jugendliche:
tinyurl.com/pe2xwr4
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an den Autor:
noestlinger@24speed.at
oder die Redaktion
aw@oegb.at 
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Bei beruflichen Fertigkeiten und Kenntnissen 
wird meist akzeptiert, dass noch kein Meister 
vom Himmel gefallen ist. Wenn es allerdings um 
die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 
geht, kann schon ein einziger Fehlgriff zu 
schwersten Verletzungen führen.
        

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