Full text: Reich der Vielfalt (5)

Arbeit&Wirtschaft 5/2014 5Veranstaltung
Internationale Wettkämpfe dürfen keine Plattform für Zwangsum-
siedlungen, Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt bieten. Viele 
Anwesende unterschrieben die Petition.
Schattenseiten der Fußball-WM
Sportlich geht es nur auf dem Rasen zu: Von tödlichen Unfällen und Zwangsräumungen berichten ein 
 Gewerkschafter und eine Anthropologin aus Brasilien.
Zu tödlichen Unfällen bei Bauarbeiten und 
Zwangsvertreibungen von etwa 250.000 
Menschen – wie in Katar – kam es bei 
den Vorbereitungen zur Fußball-WM in 
Brasilien. Gewerkschafter Nilson Duarte 
Costa und Anthropologin Leila Regina 
da Silva berichteten über ihre Erfahrun-
gen bei einer Veranstaltung im ÖGB. 
Costa organisiert die BauarbeiterIn-
nen am Bau des bekannten Maracan?-
Stadions und weiß: „Der Wettbewerb 
und Profitanspruch einiger Firmen füh-
ren dazu, dass Bauunternehmen Kosten 
reduzieren, indem sie billiges und 
schlechtes Material kaufen. Das hat ne-
gative Auswirkungen auf die Sicherheit 
der ArbeiterInnen.“ Auch Frauen sind 
einer hohen Gefahr ausgesetzt. „Viele 
werden in schlecht bezahlten Jobs ausge-
nutzt und sexuell ausgebeutet, weil sie 
im Ausland als touristische Attraktion 
vermarktet werden“, erzählt da Silva. 
„Auch sind Frauen von Räumungen im 
Zuge der WM und Veränderungen im 
städtischen Raum am stärksten betrof-
fen. Sie sorgen für die soziale Interak-
„Nosso Jogo“ veranstaltete gemeinsam mit dem ÖGB eine Pressekonfe-
renz, bei der eine Expertin und ein Experte aus Brasilien von ihrer tag-
täglichen Arbeit und den sozialen Auswirkungen der WM berichteten.
Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig internationale Solidarität ist, um 
derartige Problemlagen bei sportlichen Großereignissen ans Licht zu 
bringen und für Veränderungen einzutreten.
„Im Maracan? gab es wegen dem Kostendruck einen Unfall, weshalb 
die Gewerkschaft einen Streik ausrief“, berichtete der Gewerkschaf-
ter und fordert höheren Schutz und bessere Arbeitsbedingungen.
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au
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tion, treffen sich mit Freundinnen, 
wechseln sich mit Nachbarinnen in der 
Kinderbetreuung ab, damit jede die 
Möglichkeit hat, arbeiten zu gehen.“
Im Rahmen des Projekts „Nosso 
Jogo“ setzen sich NGOs, Gewerkschaf-
ten und Initiativen dafür ein, dass Fair 
Play nicht nur auf dem Rasen, sondern 
auch auf einer globalen, gesellschaft-
lichen Ebene zu gelten hat. Die Petition 
„Für bindende Menschenrechtsstan-
dards bei Sportgroßevents“ kann auf 
www.nossojogo.at unterschrieben werden.
        

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