12 Arbeit&Wirtschaft 7/2014Kampagne
M
it unserer Kampagne haben wir 
‚Lohnsteuer runter!‘ zum Thema 
Nummer eins in Österreich ge-
macht, sagte ÖGB-Präsident 
Erich Foglar, „und mehr als 700.000 Un-
terschriften für eine Lohnsteuersenkung 
geben uns recht. Diese hohe Unterstüt-
zung haben Tausende Belegschaftsvertre-
terInnen möglich gemacht. Mich freut 
besonders, wie sich die Diskussion ent-
wickelt hat – viele Skeptiker haben dank 
der Überzeugungsarbeit des ÖGB, der 
Gewerkschaften und der Funktionä-
rInnen in den vergangenen Wochen und 
Monaten ihre Meinung geändert: Eine 
Steuerreform ist genau jetzt nötig und 
machbar!“
AK-Präsident Rudi Kaske betont, 
dass „das ÖGB/AK-Modell eine we-
sentliche Entlastung für alle Arbeitneh-
merInnen-Gruppen“ bringen wird. 
„Den Menschen wird spürbar mehr 
Geld im Börsel bleiben, das sie drin-
gend für das tägliche Leben brauchen. 
Denn schließlich werden Lebensmittel, 
Energie und Wohnen immer teurer.“ Es 
ist an der Zeit, dass jetzt die arbeitenden 
Menschen in diesem Land an der Reihe 
sind. Kaske: „Im heurigen Jahr überho-
len die Einnahmen aus der Lohnsteuer 
sogar die Einnahmen aus der Mehr-
wertsteuer.“ 
Über den Sommer haben ÖGB- und 
AK-ExpertInnen ein Entlastungsmodell 
für ArbeitnehmerInnen und Pensionis-
tInnen ausgearbeitet – ohne Verliere-
rInnen. Das Modell sieht niedrigere 
Steuersätze für alle vor, die Lohnsteuer 
zahlen, und eine Negativsteuer für dieje-
nigen, die zu wenig verdienen, um lohn-
steuerpflichtig zu sein. Außerdem not-
wendig ist: eine dauerhafte Absicherung 
der Entlastung, ohne dass die kalte Pro-
gression den Vorteil gleich wieder auf-
frisst. Und eines muss klar sein: Die Ar-
beitnehmerInnen sollen sich die 
Entlastung nicht selbst bezahlen: Strei-
chungen der Steuerbegünstigungen – 
etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld 
oder Nachtzulagen – kommen daher 
nicht in Frage.
Neuer Steuertarif als Kernstück 
Kernstück der Lohnsteuersenkung soll 
ein neuer Steuertarif sein, mit sechs Pro-
gressionsstufen statt derzeit nur drei. Der 
Eingangssteuersatz soll von derzeit 36,5 
Prozent auf 25 Prozent gesenkt werden. 
Davon profitieren alle lohnsteuerpflich-
tigen ArbeitnehmerInnen und Pensionis-
tInnen, denn mit diesem Steuersatz wer-
den Jahreseinkommen zwischen 11.000 
und 20.000 Euro besteuert. Und auch 
der entsprechende Teil höherer Einkom-
men fällt unter den Eingangssteuersatz, 
demgemäß würde sich die Entlastung im 
unteren Bereich auch auf Menschen mit 
höheren Löhnen oder Gehältern positiv 
auswirken. Ein niedriger Eingangssteu-
ersatz hätte einen weiteren Vorteil: Für 
Teilzeitbeschäftigte mit geringerem Ver-
dienst ist er ein Anreiz, die Arbeitszeit zu 
erhöhen. Sie kommen zwar durch das 
dadurch höhere Einkommen ebenfalls in 
die Steuerpflicht, werden aber nicht mehr 
gleich mit 36,5 Prozent besteuert.
Die weiteren Steuerstufen im ÖGB/
AK-Modell sind 34 Prozent auf steuer-
pflichtige Jahreseinkommen zwischen 
20.000 und 30.000 Euro, 38 Prozent 
auf Einkommen zwischen 30.000 und 
45.000 Euro, 43 Prozent auf Einkom-
men zwischen 45.000 und 60.000 Euro 
und 47 Prozent auf Einkommen zwi-
schen 60.000 und 80.000 Euro. Der 
Höchststeuersatz bleibt unverändert bei 
50 Prozent, wäre aber erst ab einem Jah-
reseinkommen von 80.000 fällig. Der-
zeit liegt die Grenze bei 60.000 Euro. 
Jemand, der 1.500 Euro brutto verdient, 
würde somit nur mehr die Hälfte der 
bisherigen Lohnsteuer zahlen, genauer: 
um 47,21 Prozent weniger und somit 
597,72 Euro im Jahr statt 1.132,29 
Euro. Wer 2.600 Euro brutto im Monat 
verdient, würde um ein Viertel weniger 
Lohnsteuer als bisher zahlen. Entlastung 
im Jahr: 1.299,11 Euro.
Höhere Absetzbeträge
Auch Absetzbeträge (die direkt von der 
Steuer abgezogen werden) sollen erhöht 
werden – von derzeit 345 auf 450 Euro 
(Arbeitnehmerabsetzbetrag und Ver-
kehrsabsetzbetrag). Und sie sollen mit 
Negativsteuerwirkung ausgestattet wer-
den, das heißt, Menschen, die zu wenig 
verdienen, um überhaupt Lohnsteuer 
zahlen zu müssen, würden den entspre-
chenden Betrag automatisch als Steuer-
gutschrift am Jahresende ausbezahlt be-
kommen. Derzeit gibt es so eine Nega-
tivsteuer nur in Höhe von 110 Euro. 
Dadurch wäre gewährleistet, dass auch 
die ArbeitnehmerInnen mit den niedrigs-
ten Einkommen etwas von der Reform 
haben. Und auch die Negativsteuer wäre 
ein Aktivierungsimpuls, also ein Anreiz, 
Steuerreform ohne VerliererInnen 
„Lohnsteuer runter!“: ÖGB und AK legen konkretes Modell
für alle ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen vor. Die Eckdaten.  
Florian Kräftner
ÖGB-Kommunikation
        

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