Full text: JubilEUmskater (001)

Arbeit&Wirtschaft 1/2015 7Aus AK und Gewerkschaften
AK:
Bedarf an mehr und besseren ganztägigen Schulen
Umfrage zur Nachmittagsbetreuung von Schulkindern am Nachmittag: Eltern wünschen sich bessere Qualität.
Der Ausbau der ganztägigen Schulen muss 
zügig fortgesetzt werden, und dabei muss 
vor allem die Qualität des Betreuungsan-
gebots im Vordergrund stehen. Das zeigt 
eine AK-Befragung unter berufstätigen 
Müttern mit Schulkindern. 33 Prozent 
der Kinder von vollzeitbeschäftigten 
Frauen haben einen Platz in der schuli-
schen Nachmittagsbetreuung, im Hort 
oder in einer Ganztagsschule – um vier 
Prozent mehr als bei einer AK-Befragung 
im Jahr 2009. 
Viele Frauen können nur in Teilzeit 
arbeiten, weil ein durchgängiges Betreu-
ungsangebot fehlt. Von den Kindern 
Teilzeitbeschäftigter haben 23 Prozent 
einen Platz in der schulischen Nachmit-
tagsbetreuung, im Hort oder in einer 
Ganztagsschule. Entsprechend groß ist 
der Anteil der Eltern, die für ihre Kinder 
private Betreuung organisieren müssen, 
meist durch Großeltern oder ältere Ge-
schwister. Für 38 Prozent der Kinder 
Vollzeitbeschäftigter gibt es am Nach-
mittag ausschließlich private Betreuung 
– immerhin um fünf Prozent weniger als 
2009. Für Teilzeitbeschäftigte liegt die-
ser Wert fast bei der Hälfte (48 Prozent). 
81 Prozent der Vollzeitbeschäftigten und 
92 Prozent der Teilzeitbeschäftigten nut-
zen entweder ständig oder zumindest 
zeitweise private Betreuung. Am stärks-
ten nehmen Alleinerzieherinnen und 
wenig Qualifizierte die private Betreu-
ung im Familienkreis in Anspruch, weil 
ihnen die Kosten für die Betreuung in 
Schule oder Hort zu hoch sind. Zudem 
gibt es in ländlichen Regionen zu wenig 
Betreuungsangebote in Schule oder 
Hort.
Probleme haben die Eltern mit der 
Qualität der Betreuung ihrer Kinder in 
Schule oder Hort – ausgenommen ist 
die echte Ganztagsschule mit der Ver-
schränkung von Unterricht und Freizeit 
über den ganzen Tag. Die echte Ganz-
tagsschule übertrifft alle anderen Betreu-
ungsformen von Schulkindern punkto 
Lernunterstützung und Erledigung der 
Hausübungen.
„Beim Ausbau der ganztägigen Schu-
len muss jetzt vor allem auf die Qualität 
des Angebots geachtet werden“, sagt AK-
Präsident Rudi Kaske. Fortschritte sieht 
er in den jüngsten Beschlüssen der Bun-
desregierung: „Aber wir brauchen weite-
re Verbesserungen.“ Notwendig sei über-
dies eine soziale Schulfinanzierung. 
SchülerInnen, denen die Eltern nicht so 
gut beim Lernen helfen können, brau-
chen mehr Unterstützung durch die 
Schule. Kaske: „Auch das geht am besten 
durch ganztägige Schulen, in denen ge-
zielt Förderung geboten wird.“
Mehr Infos unter: 
tinyurl.com/qzwafuj
Die wirtschaftspolitische Debatte auf dem Prüfstand
Kritische Debattenbeiträge als Wegbereiter für eine neue Wirtschaftspolitik
Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise geriet das wirtschaftspolitische Leitbild der Überlegenheit unregulierter Märkte gehörig ins Wanken,  
ohne  jedoch zu stürzen. Zwei kürzlich erschienene Bücher versuchen den Raum für eine breitere Diskussion der Wirtschaftspolitik zu öffnen:  
„Die Krise verstehen“ sucht in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften nach Ansätzen für eine alternative Wirtschaftspolitik und ordnet  
sie in die  aktuelle Debatte ein. In „Mythen des Reichtums“ nimmt sich ein AutorInnenkollektiv dem – neben der hohen Arbeitslosigkeit –  
zentralen  wirtschaftspolitischen Thema Verteilungsgerechtigkeit an. 
Bei der Diskussion werden die zentralen Thesen dieser Bücher dargestellt und es wird darüber diskutiert, welchen Beitrag derlei Projekte für  
eine weniger vorurteilsbehaftete bzw. von den Interessen ökonomisch starker Gruppen unabhängigere wirtschaftspolitische Debatte leisten.
Eröffnung: Manfred Arthaber, Leiter Fachbuchhandlung
Joseph Gepp, Journalist der Stadtzeitung „Falter“ und Herausgeber des Buchs „Die Krise verstehen“
Julia Hofmann, Redaktion der BEIGEWUM-Zeitschrift „Kurswechsel“ und Mitautorin des Buchs „Mythen des Reichtums“
Markus Marterbauer, AK Wien und Vorsitzender des Redaktionskomitees der „Arbeit&Wirtschaft“
Moderation: Sonja Fercher, „Arbeit&Wirtschaft“
Donnerstag, 12. März 2015, 18.30–20.00 Uhr, ÖGB-Fachbuchhandlung, Rathausstraße 21, 1010 Wien
Anmeldung: unter fachbuchhandlung@oegverlag.at
Eintritt frei.
        

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