Full text: 70 Jahre Kampf für Gerechtigkeit (3)

Arbeit&Wirtschaft 3/2015 7Aus AK und Gewerkschaften
GPA-djp:
Nein zur Sonntagsöffnung!
95,9 Prozent der Wiener Handelsangestellten sprechen sich in Urabstimmung dagegen aus.
Eine klare Mehrheit von 95,9 Prozent der 
Wiener Handelsangestellten spricht sich 
gegen die Arbeit an Sonntagen aus. Das 
ergab eine vom Meinungsforschungsins-
titut IFES durchgeführte Urabstimmung. 
„Das eindeutige Ergebnis ist für uns ein 
klarer Auftrag, keine Öffnungszeiten und 
rechtlichen Rahmenbedingungen zuzu-
lassen, die nicht die Interessen der Betrof-
fenen berücksichtigen. Wir gehen davon 
aus, dass auch die Stadt Wien nicht über 
die Köpfe der Wiener Handelsangestell-
ten hinweg Entscheidungen treffen wird“, 
stellt der Vorsitzende der GPA-djp Wolf-
gang Katzian klar. 
„Im Unterschied zur Wirtschafts-
kammer, die alle Mitglieder aus verschie-
densten Branchen befragte, haben wir 
jene Beschäftigte im Wiener Handel ab-
stimmen lassen, die unmittelbar von ei-
ner Sonntagsöffnung betroffen wären.“ 
An der brieflichen Abstimmung der 
GPA-djp nahm fast ein Viertel der Ange-
stellten teil – damit deutlich mehr als bei 
der Befragung der Wirtschaftskammer 
vom Oktober 2014, bei der lediglich 16 
Prozent ihre Meinung kundtaten. 
Die Wirtschaftskammer Wien führt 
als Argument für die Einführung von 
Tourismuszonen in Wien Mehreinnah-
men für den Handel und die Schaffung 
zusätzlicher Arbeitsplätze an. Allerdings 
wurden entsprechende Studien nie ver-
öffentlicht, weshalb die kolportierten 
Zahlen nicht seriös nachzuprüfen sind. 
„Von jenen Teilen der Wiener Wirt-
schaft, die diese Frage unmittelbar be-
trifft, weil sie unser Ansprech- und Ver-
handlungspartner sind, nämlich von der 
Sparte Handel der Wiener Wirtschafts-
kammer, gab es bislang keine Aufforde-
rung an die GPA-djp, über dieses Thema 
zu verhandeln“, hält Katzian fest. Sollte 
sie sich an die GPA-djp mit einem sol-
chen Ansinnen wenden, werde diese dies 
„als verantwortungsvoller Sozialpartner 
selbstverständlich wahrnehmen“, so 
Katzian. Dies betrifft auch Verhandlun-
gen über Rahmenbedingungen für geän-
derte Öffnungszeiten während des Euro-
vision Song Contests. „Sehr befremdend 
ist, dass offenbar bereits Wiener Unter-
nehmen damit begonnen haben, die An-
gestellten für den Dienst am Sonntag in 
der Woche des Song Contests einzutei-
len. Das ist nicht legal und die Betroffe-
nen sollen sich dringend mit der GPA-
djp in Verbindung setzen. Wir werden 
jeden Verstoß gegen das Öffnungszeiten-
gesetz beim Song Contest zur Anzeige 
bringen“, sagt Katzian.
Mehr Infos unter:
tinyurl.com/nd8vdak
Wiener Stadtgespräch mit Ulrike Herrmann
Die Autorin von „Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht“ Ende Mai zu Gast bei Peter Huemer
Ulrike Herrmann (1964) ist Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung „taz“. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat Geschichte und Philosophie 
 studiert und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Körber-Stiftung sowie Pressesprecherin der Hamburger Gleichstellungssenatorin 
Krista Sager. 
Ulrike Herrmann ist ein typisches Mittelschichtskind. Sie stammt aus einem Vorort von Hamburg, wo alle Bewohner an den gesellschaftlichen Aufstieg 
glaubten. Der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht“.
Moderation: Peter Huemer
Donnerstag, 28. Mai 2015, 19 Uhr, AK Wien, Bildungszentrum, Theresianumgasse 16–18, 1040 Wien
Das Wiener Stadtgespräch ist eine Veranstaltungsreihe der Arbeiterkammer Wien in Kooperation  
mit der Stadtzeitung „Falter“.
Anmeldung erbeten unter: stadtgespraech@akwien.at 
Eintritt frei. 
Telefon: 01/501 65-2882
Weitere Infos unter:
www.wienerstadtgespraech.at/aktuell www.facebook.com/wienerstadtgespraech
        

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