26 Arbeit&Wirtschaft 8/2016
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ana S.* führt zwei Leben. Zwei Wo-
chen im Monat arbeitet sie in der 
Nähe von Graz, zwei Wochen ver-
bringt sie zu Hause in einem Dorf 
in der Südslowakei. Über 600 Kilometer 
trennen beide Orte. Der Abschied von 
Sohn und Mann in der Slowakei fällt der 
Pflegerin jedes Mal schwer. Denn dann 
heißt es wieder Tag und Nacht für einen 
betagten Pensionisten da zu sein, waschen, 
putzen, kochen, einkaufen, pflegen. Ein 
Fulltime-Job, auch an Wochenenden und 
Feiertagen – und das für weniger als 1.000 
Euro im Monat. 
Helfende Hände aus Osteuropa
Knapp 70.000 selbstständige Personenbe-
treuerInnen sind in Österreich tätig. Die 
meisten kommen aus der Slowakei, gefolgt 
von Rumänien, Ungarn, Polen und Bulga-
rien. Nur 2,4 Prozent der Gewerbetreiben-
den sind aus Österreich, der Männeranteil 
liegt bei fünf Prozent.
Ohne helfende Hände aus Osteuropa 
würde das Pflegesystem hierzulande nicht 
funktionieren. In vielen Familien können 
Angehörige nur dank ausländischer Hel-
ferInnen ihren Lebensabend zu Hause 
verbringen. Wer persönlich erlebt hat, was 
Betreuung und Fürsorge für ein älteres Fa-
milienmitglied bedeuten, für den steht 
die große Relevanz des Themas außer Fra-
ge. Aber auch gesamtgesellschaftlich wird 
das Thema Pflege zunehmend wichtiger. 
Nachdem namhafte Politiker bekannt ga-
ben, dass ihre nächsten Angehörigen von 
Pflegerinnen aus Polen und Rumänien 
betreut werden, wurden neue gesetzliche 
Regelungen in die Wege geleitet. In Ös-
terreich sind die meisten Pflegekräfte in 
der 24-Stunden-Betreuung selbstständig 
und müssen das Gewerbe als Personenbe-
treuung führen. Dafür sind eine Gewer-
beanmeldung und eine Anmeldung bei 
der Sozialversicherungsanstalt notwendig.
Rechtliche Grauzone
Doch in der Praxis bewegen sich viele Ar-
beitsverhältnisse mit Rund-um-die-Uhr-
Bereitschaftsdienst in der rechtlichen 
Grauzone. Laut Gesetz liegt eine Schein-
selbstständigkeit dann vor, wenn eine „er-
werbstätige Person als selbstständige/r Un-
ternehmerIn auftritt, obwohl sie von der 
Art ihrer Tätigkeit her ArbeitnehmerIn ist. 
Es wird ein Arbeitsverhältnis verschleiert 
und als Tätigkeit selbstständiger Auftrag-
nehmerInnen deklariert, um Abgaben, Re-
striktionen und Formalien zu vermeiden, 
die das Arbeitsrecht, Sozialversicherungs-
recht und Steuerrecht mit sich bringen.“ 
Es kommt in der Praxis oft vor, dass Agen-
turen Beiträge für vermittelte Pflegekräfte 
nicht überweisen. Dadurch fallen für die 
Irene Mayer-Kilani
Freie Journalistin
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70.000 Pflegekräfte helfen in heimischen Haushalten bei der Altenpflege. Sie 
kämpfen mit Niedriglöhnen, Scheinselbstständigkeit und dubiosen Vermittlerfirmen. 
Dauereinsatz für wenig Geld
        

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