46 Arbeit&Wirtschaft 8/2016
24-Stunden-Betreuung: Nach der EU-Erwei-
terung 2004 kamen zahlreiche Pflege- und Be-
treuungskräfte aus der Slowakei, Ungarn und 
Tschechien nach Österreich, auch um hier in Pri-
vathaushalten Pflegebedürftige und alte Men-
schen zu versorgen. Nach damaliger Rechtslage 
hätten alle diese BetreuerInnen angestellt werden 
müssen. 2006 stellte sich heraus, dass auch ei-
nige Spitzenpolitiker ihre betagten Verwandten 
auf diese Weise versorgen ließen. Mit dem Haus-
betreuungsgesetz wurde die 24-Stunden-Betreu-
ung 2007 schließlich neu geregelt, Personen-
betreuung wurde ein freies Gewerbe. (Seite 26)
Allgemeines Krankenhaus Wien: Nach der Zwei-
ten Wiener Türkenbelagerung 1686 war auf dem 
Gelände des heutigen Alten AKH die Errichtung 
eines Soldatenspitals geplant. Da jedoch das Geld 
dafür fehlte, wurden die Kriegsversehrten samt 
Familien in einem bereits bestehenden Seuchen-
spital einquartiert. 1693 ordnete Kaiser Leopold I. 
die Errichtung des Großarmen- und Invalidenhau-
ses an, und bis 1774 wurden die verschiedenen 
Höfe des riesigen Gebäudekomplexes ausgebaut. 
1783 stellte Kaiser Joseph II. bei einem Besuch 
fest, dass die riesige Anlage weniger der Notlin-
derung diente, sondern viele Menschen beher-
bergte, die durch Protektion oder Schlamperei 
dorthin gelangt waren. Kurzentschlossen ließ er 
die Einrichtung zu einem allgemeinen Kranken-
haus umbauen. Im 1784 eröffneten Allgemeinen 
Krankenhaus waren zahlreiche prominente Vertre-
ter aus verschiedenen Disziplinen der Wiener 
Medizinischen Schule tätig. 1964 wurde mit dem 
Bau des Neuen AKH begonnen, der durch den AKH-
Skandal auch außerhalb Österreichs bekannt 
wurde. Heute ist das AKH eines der größten 
 Krankenhäuser Europas, Universitätsklinikum 
und Sitz der Medizinischen Universität. (Seite 4)
Außenwirtschaftlicher Überschuss: auch aktive 
(Außen-)Handelsbilanz; wenn in einem Land über 
einen bestimmten Zeitraum die Exporte wertmä-
ßig größer als die Importe sind. Dieser Export- oder 
Handelsbilanzüberschuss gilt als Indikator für die 
Wettbewerbsfähigkeit eines Staates. In Österreich 
sind Brennstoffe und Energie (Öl, Gas) Güter mit 
hohem Import-Überschuss. Die wesentlichen 
 Exportgüter mit „Überschuss“ (bedeutend mehr 
Export als Import): Warenbearbeitung (z. B. Stahl, 
Papier- und Holzwaren), Maschinen und Fahr-
zeuge. (Seite 45)
Bad Vigaun: Kurort mit Heilquelle im Bezirk 
Hallein in Salzburg; Heilanzeigen: chronisch-
entzünd liche Muskel- und Skeletterkrankungen, 
Bandscheibenprobleme, Rheuma, Osteoporose, 
Erschöpfungszustände. (Seite 38) 
Corti, Axel: österreichischer Regisseur und Pub-
lizist (1933–1993), begann seine Tätigkeit beim 
Hörfunk, bekannt wurde er mit der Ö3-Sendung 
„Der Schalldämpfer“, in der er ab 1969 mit seiner 
markant tiefen Stimme wöchentlich satirische 
Kommentare zum aktuellen Geschehen abgab und 
Musik abseits des Mainstreams spielte. Corti 
führte Regie bei zahlreichen Hörspielen und wech-
selte später zu Theater und TV, wo Literaturverfil-
mungen und politische Themen typisch für ihn 
waren: Eine blassblaue Frauenschrift, Der Fall 
Jägerstätter, Radetzkymarsch, Wohin und zurück. 
(Seite 16)
Ergotherapie: Unterstützt und begleitet Men-
schen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähig-
keit (aus psychischen oder physischen Gründen) 
eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht 
sind. Spezifische Aktivitäten und Therapien, die 
Anpassung der Umwelt (z. B. Einsatz von Hilfs-
mitteln) sowie Beratung sollen diesen Menschen 
die Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftli-
che Teil habe und eine Verbesserung ihrer Lebens-
qualität ermöglichen. (Seite 30, 35)
Geriatriereform: Von 2007 bis 2015 hat die Stadt 
Wien 36 Pflege- und PensionistInnenwohnhäuser 
neu errichtet, saniert oder modernisiert und alte 
geschlossen. Die Leitlinien des Geriatriekonzepts 
sehen u. a. vor: ambulante vor stationärer Betreu-
ung, regional ausgewogene Verteilung der Pflege-
einrichtungen, leistbare und bedarfsgerechte 
Angebote an Pflege und Betreuung. Um dies zu 
erreichen, wurden auch mobile und ambulante 
Dienste ausgebaut. (Seite 30)
Gerontologie: Fachgebiet, das sich mit den 
menschlichen Alterungsprozessen unter biologi-
schen, medizinischen, psychologischen und sozi-
alen Aspekten beschäftigt. (Seite 27)
Hausbetreuungsgesetz (HBeG): 2007 in Kraft 
getretenes Bundesgesetz, mit dem Bestimmun-
gen über die Betreuung von Personen in privaten 
Haushalten erlassen wurden und die Gewerbeord-
nung geändert wurde. Ziel war die Förderung 
von Pflege und Betreuung daheim für pflege-
bedürftige Personen ab Pflegestufe drei sowie 
für Demenzkranke der Pflegestufe eins und zwei, 
die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung brauchen. 
Die 24-Stunden-Betreuung war von da an auch 
als freies Gewerbe möglich. Das HBeG gilt aber 
auch für angestellte BetreuerInnen. (Seite 27)
implementieren: in ein bestehendes System ein-
bauen bzw. integrieren. (Seite 12)
JUCA: Caritas-Einrichtung im 16. Wiener Gemein-
debezirk, in der wohnungslose Männer, Frauen und 
Paare zwischen 18 und 30 bis zu zwei Jahre lang 
wohnen können. (Seite 15)
Neuromed Campus: Aktuelle Bezeichnung für die 
ehemalige Landesnervenklinik Wagner-Jauregg, 
die vor Kurzem mit dem AKH Linz und der Landes-
Frauen- und Kinderklinik zusammengeführt 
 wurde. Das so entstandene Kepler Universitäts-
klinikum ist nun auf zwei Standorte in Linz auf-
geteilt. (Seite 37)
omnipräsent: allgegenwärtig. (Seite 12)
Overhead-Kosten (Gemeinkosten): Kosten, die 
nicht einem Kostenträger (beispielsweise einem 
bestimmten Produkt) direkt zugerechnet werden 
können, z. B. Kosten für Gebäude, Löhne und 
 Gehälter, Raumheizung. (Seite 34)
Pflegegeld: Mit dem Bundespflegegeldgesetz 
(BPGG) wurde 1993 ein siebenstufiges, bedarfs-
orientiertes Pflegegeld eingeführt, auf das unab-
hängig von Einkommen und Vermögen sowie der 
Ursache der Pflegebedürftigkeit ein Rechtsan-
spruch besteht. Die 9 Landespflegegeldgesetze 
haben den Personen, die laut BPGG nicht an-
spruchsberechtigt sind, ebenfalls das Recht auf 
Pflegegeld zugesichert. Mit dem Pflegegeld-
reformgesetz 2012 wurde die Gesetzgebungs- und 
Vollziehungskompetenz von den Bundesländern 
auf den Bund übertragen. Die Pflegestufen werden 
durch GutachterInnen der jeweiligen Versiche-
rungsanstalt festgestellt. Das Pflegegeld wird 
zwölfmal jährlich ausbezahlt. Es wird nicht regel-
mäßig wertangepasst, sondern nur alle paar Jah-
re, zuletzt wurden Anfang 2016 die Beträge in 
sämtlichen Pflegestufen um zwei Prozent erhöht. 
(Seite 32)
Quantitative Längsschnittstudie: Instrument der 
empirischen Forschung zur Untersuchung sozialer 
und individueller Wandlungsprozesse. Bei einer 
Längsschnittstudie wird dieselbe empirische 
 Studie zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch-
geführt. Die Ergebnisse der einzelnen Unter-
suchungswellen werden verglichen, um Verände-
rungen von Individuen oder Gruppen über einen 
längeren Zeitraum hinweg zu erfassen. Die Be-
zeichnung quantitativ gibt an, dass zählbare 
 Eigenschaften vermessen wurden (eindeutige 
Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten). 
In der qualitativen Forschung (Sozialreportagen, 
Milieustudien) können die Befragten frei sprechen 
bzw. sind individuelle Kommentare möglich. 
 (Seite 36)
Supervision: Beratung von Teams oder Einzelper-
sonen bei Problemen, Fragen etc., die in Zusam-
menhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Für 
PsychotherapeutInnen und viele beratende Berufe 
ist Supervision im Rahmen von Aus- und Weiter-
bildung verpflichtend. (Seite 12)
Man kann nicht alles wissen ...
        

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