41Arbeit&Wirtschaft 1/2017
dern nur den sogenannten Sparanteil, 
also jenen Teil der Prämie, der nach Ab-
zug der Kosten veranlagt wird. Manche 
Anbieter versuchen sich nun aus der 
Haftung zu stehlen, indem Fondswech-
sel angeboten werden und ganz neben-
bei Garantien wegfallen. Dies zeigt, dass 
auch Garantieprodukte nicht die ge-
wünschte Sicherheit in der Vorsorge 
 bieten.
Bleibt die klassische Rentenversiche-
rung mit laufender Einzahlung und le-
benslanger Rente. Doch auch sie ist auf-
grund der hohen Vertragskosten und 
dem aktuellen Garantiezinssatz von 0,5 
Prozent nicht attraktiv. Selbst wenn der 
Vertrag über viele Jahre bespart wird, ist 
aus heutiger Sicht von Verlusten auszu-
gehen, da zuerst die erheblichen Ab-
schlusskosten und die laufenden Ver-
waltungskosten erwirtschaftet werden 
müssen. Besonders hoch sind die Verlus-
te, wenn die Verträge vorzeitig gekün-
digt werden. Wer dennoch eine Renten-
versicherung abschließt, sollte daher si-
cherstellen, dass der Vertrag eingehalten 
werden kann. 
Für eine lebenslange garantierte 
Rente muss nicht unbedingt eine klassi-
sche Rentenversicherung inklusive Ein-
zahlungsphase abgeschlossen werden. 
Alternativ kann jede beliebige Sparform 
gewählt werden und der ersparte Betrag 
zum gewünschten Auszahlungsbeginn 
in eine Lebensversicherung mit sofort 
beginnender Rentenzahlung einge-
bracht werden. Bei diesem Modell 
 können Sparformen mit höherem Er-
trag, geringeren Kosten und/oder grö-
ßerer Flexibilität gewählt werden. Vor-
aussetzung ist diszipliniertes Sparen.
Immer abenteuerlicher
Schlechte Erfahrungen mit herkömmli-
chen Vorsorgeprodukten und die Nied-
rigzinssituation führen dazu, dass immer 
abenteuerlichere Finanzdienstleistungen 
angeboten werden: Beteiligungen an und 
nachrangige Darlehen für Unternehmen 
versprechen hohe Erträge, jedoch sind 
die Risiken sehr hoch. Ob und wie hohe 
Erträge ausgezahlt werden, hängt vom 
Erfolg des jeweiligen Unternehmens ab. 
Durch Verluste können Beteiligungen 
auf null schrumpfen und manche Ver-
träge beinhalten sogar eine Nachschuss-
pflicht. Wer glaubt, sein Geld bei nach-
teiliger Entwicklung noch rasch abziehen 
zu können, der irrt: Lange Vertragsbin-
dungen oder Kündigungsfristen verhin-
dern das meist. Aktuell sehr beliebt sind 
auch Gold- und Edelmetallsparpläne. Sie 
sind aufgrund der hohen Kosten und 
der großen Kursspannen bei kleiner 
 Stückelung meist unrentabel. Selbst bei 
seriöser Veranlagung in Gold ist das 
grundsätzliche Kursrisiko zu beachten.
Wie also sollen wir vorsorgen und 
wofür? Es macht für jede/n Einzelne/n 
Sinn, Reserven zu schaffen für unerwar-
tete Ereignisse und Zeiten mit geringe-
rem Einkommen – nicht vorrangig für 
die Pension, sondern für Weiterbildung, 
Kindererziehungszeiten, Arbeitslosig-
keit, Krankheit und sonstige Auszeiten. 
Ein simples Sparbuch ist der erste 
Schritt, denn alles Sparen ist Vorsorge. 
Bei größeren Summen lohnt es sich, un-
terschiedliche Produkte, Institute und 
Laufzeiten zu wählen und nicht alles auf 
ein Pferd zu setzen. 
Der ideale Zeitpunkt für eine Pen-
sionsvorsorge ist nicht möglichst früh, 
sondern dann, wenn das Geld dafür 
zur Verfügung steht. Und es muss 
kein langfristiger, kostenintensiver und 
unflexibler Vertrag sein. Wichtig ist, dass 
die Sparform der Lebenssituation, den 
finanziellen Möglichkeiten und der indi-
viduellen Risikobereitschaft  entspricht.
Solidarsystem weiterentwickeln
Die individuelle Herausforderung bei der 
privaten Vorsorge ist es, klar und  gezielt 
zu kalkulieren und sich nicht von der 
 allgemeinen Pensionshysterie und den 
gewinngetriebenen Werbe botschaften 
blenden zu lassen. 
Die gesellschaft liche Aufgabe der Ar-
beiterkammer zur kollektiven Vorsorge 
wiederum besteht darin, die Vorausset-
zungen für gute Aus- und Weiter bildung 
zu schaffen, Arbeit und Ver mögen fair 
zu verteilen und ein effizientes und soli-
darisches Sozialsystem weiterzuentwi-
ckeln.
AKOÖ-Online-Anlageberater:  
ooe.konsumentenschutz.at
Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin
weiss.u@akooe.at
oder die Redaktion
aw@oegb.at
©
 Je
ns
 B
üt
tn
er
 / 
dp
a 
/ p
ic
tu
re
de
sk
.c
om
In schillernden Worten wird für die private Vorsorge geworben. 
Damit stehen KonsumentInnen vor der Herausforderung, klar 
und gezielt zu kalkulieren – und sich nicht von der allgemeinen 
Pensionshysterie und den gewinngetriebenen Werbebotschaften 
blenden zu lassen.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.