13Arbeit&Wirtschaft 1/2018
reits sehr gut informiert. Im Zuge der 
Umsetzung wurde evaluiert, welche Da-
ten in der Betriebsratsarbeit überhaupt 
anfallen. „Dafür haben wir uns mit der 
Datenschutzbeauftragten der Bank ver-
netzt. So konnten wir auch gleich festle-
gen, wie unsere Betriebsvereinbarungen 
zu MitarbeiterInnen-Daten mit der Ar-
beit der Datenschutzbeauftragten ver-
knüpft werden.“ Erfreulicherweise habe 
sich dabei herausgestellt, dass alle derzeit 
bestehenden Themen bereits von einer 
Betriebsvereinbarung erfasst sind, in der 
auch schon die jetzt vorgeschriebenen 
Löschregelungen etc. eingebaut waren. 
Hand in Hand
„An sich haben wir in den vergangenen 
Jahren schon mehrere Betriebsvereinba-
rungen zum Schutz der Beschäftigten er-
reicht. Bei den internen Kommunikati-
onsmitteln oder bei der Arbeitszeiterfas-
sung ist alles schon so geregelt, dass die 
Privatsphäre der Beschäftigten gut ge-
schützt ist. So ist schon lange klar, dass wir 
auch in diesem Bereich ein wichtiger 
 Gesprächspartner sind. Unsere Daten-
schutzbeauftragte braucht teilweise diese 
 Betriebsvereinbarungen, um rechtliche 
Grundlagen für Datenverwendungen vor-
weisen zu können“, erzählt Verena Spitz. 
In Zusammenhang mit der Betriebs-
ratsarbeit fallen mehr Daten an, als man 
auf den ersten Blick glaubt. Nicht zu-
letzt deshalb ist für Verena Spitz eine 
gute Zusammenarbeit mit dem oder der 
Datenschutzbeauftragten wichtig: „So 
können auch neue Entwicklungen im-
mer von beiden Seiten, also Betriebsrat 
und Datenschutz, beleuchtet werden. Es 
ist ein gegenseitiger Nutzen: Wir fragen 
in der Geschäftsführung nach, ob neue 
Vorhaben schon mit der Datenschutz-
beauftragten abgesprochen sind. Und 
diese fragt in der jeweiligen Fachabtei-
lung, die Datenverarbeitungen mit den 
Beschäftigtendaten durchführt, ob dazu 
schon eine Betriebsvereinbarung abge-
schlossen wurde.“
Der Bereich Abfallwirtschaft ist heu-
te eine der wenigen Branchen ohne Kol-
lektivvertrag. Hier wird seit vielen Jah-
ren verhandelt, und nach wie vor wer-
den in diesem Bereich verschiedene 
Kollektivverträge angewandt – haupt-
sächlich jedoch der des Güterbeförde-
rungsgewerbes, weil die meisten Be-
schäftigten Lkw-FahrerInnen sind. Mar-
kus Petritsch ist BR-Vorsitzender in ei-
nem Abfallwirtschaftsbetrieb in Kärn-
ten: „Immerhin waren unsere Kollektiv-
vertragsverhandlungen für diese Gruppe 
Ende 2017 erfolgreich. So haben wir für 
unsere Kraftfahrer Löhne von 1,30 Euro 
über dem Mindesttarif erreicht.“ 
Wichtige Unterstützung
Was bei den Verhandlungen geholfen hat: 
„Allgemein gibt es derzeit einen Mangel 
an Fahrern, rund 2.800 offene Stellen 
bundesweit. Der Lkw-Führerschein kos-
tet rund 4.000 Euro, das ist jungen Leu-
ten oft zu teuer.“ Die Unterstützung 
durch seine Gewerkschaft vida ist für 
Markus Petritsch besonders wichtig und 
wertvoll: „Der Umgang ist familiär, so-
wohl Landes- als auch Bundesorganisati-
on sind für unsere Ideen immer sehr auf-
geschlossen. Für mich und meine Kolle-
ginnen und Kollegen draußen an der 
Front ist diese Unterstützung wichtig. 
Denn sonst könnte ich als kleiner Be-
triebsrat aus Kärnten nicht überleben.“
Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin
afadler@aon.at
oder die Redaktion
aw@oegb.at
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Tipps und Anregungen
 » Nach wie vor wichtig ist das per-
sönliche Gespräch. So erfährt man di-
rekt und eindeutig, was die Kolle-
gInnen sich wünschen. Kontinuier-
licher Kontakt während Projekten und 
Aktionen ist unerlässlich, um nicht an 
der Belegschaft vorbei zu verhandeln.
 » Keine Angst vor neuen Medien 
und der Arbeitswelt 4.0: Es zahlt sich 
aus, auf die/den Daten schutz be auf-
trag te/n zuzugehen. Denn von der gu-
ten Zusammenarbeit profitieren beide 
Seiten. 
 » BetriebsrätInnen in kleineren 
Unternehmen stehen zum Teil vor zu-
sätzlichen Herausforderungen: knap-
pe Ressourcen, der Kampf um das 
Überleben des Betriebes oder fachliche 
Probleme. Spezialisierung bzw. klare 
Aufgabenteilung können sich aber 
auch in kleinen BR-Teams lohnen. 
 » Freigestellte BetriebsrätInnen 
sind nicht selten EinzelkämpferInnen, 
so werden die Kompetenzen und Ka-
pazitäten anderer BR-Mitglieder zum 
Teil ungenügend genutzt. Es ist leich-
ter, die Arbeit auf mehrere Schultern 
zu verteilen.
Manchmal müssen Betriebsräte kreativ 
werden, um die Interessen der Beschäftigten 
auch bei Umstrukturierungen gut vertreten 
zu können. Bei den Wiener Linien gründete 
man einen Verein.
        

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