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ie neue Regierung hat so einige 
Pläne in der Schublade, die auf 
eine Schwächung der Arbeitneh-
merInnen hinauslaufen. Ein Bei-
spiel ist die Zusammenlegung von Arbei-
terInnen- und Angestelltenbetriebsrat. 
Hier geht es nicht um eine Angleichung 
von Rechten, wie sie behauptet, das ist 
falsch. Denn wir haben eine ganz unter-
schiedliche Klientel – und das sage ich 
wirklich nicht, um die ArbeitnehmerIn-
nen auseinanderzudividieren. Aber es ist 
einfach so, dass die Angestellten meistens 
die Vorgesetzten sind. Da kann ich nur 
sagen: Rede als einfache/r ArbeiterIn 
 einmal mit der Leitung, das ist nicht so 
einfach! 
Nur für Reiche?
Noch schlimmer ist der Plan, den AK-
Beitrag zu senken. Um es wie Rudi  Kaske 
zu sagen: Das ist eine Melange im Monat. 
Oder um es in die ArbeiterInnensprache 
zu übersetzen: ein Bier im Monat. Ob 
man das hat oder nicht, tut nicht unbe-
dingt weh. Bei der AK ist das aber völlig 
anders, denn von der Kammer hat man 
direkte und indirekte Vorteile. Direkte 
Vorteile wie zum Beispiel den Insolvenz-
schutz: Wird der Beitrag gekürzt, gehen 
Beschäftigte in einer solchen Situation 
vielleicht leer aus. Oder es gibt keinen 
Rechtsschutz mehr, und einen Anwalt 
können sich nur Reiche leisten. Auch ei-
ne Rechtsschutzversicherung ist ganz 
schön teuer – und wer wird ihnen wegen 
versteckter Klauseln auf die Finger schau-
en, wenn nicht der KonsumentenInnen-
schutz der AK? 
Indirekte Vorteile
Indirekt profitieren die Mitglieder von 
Gesetzesbegutachtungen, wo die Stimme 
der ArbeitnehmerInnen derzeit gehört 
wird. Dann macht die AK die Messe für 
Baby, Bildung und Beruf oder Berufs-
messe, wo sich die jungen Leute Ideen 
für einen späteren Beruf holen können: 
Davon haben viele etwas. Dann fällt mir 
ein Kollege ein, der ist 61, hat zwei neue 
Knie und sie haben ihm die Berufsunfä-
higkeitspension abgelehnt. Er ist dann 
mit Unterstützung der AK vor Gericht 
gegangen. Aber wenn der Beitrag gesenkt 
wird, wird die Kammer schauen müssen, 
wo sie ihr Geld einsetzt: für den Konsu-
mentenInnenschutz? Für die Jugend, für 
die Frauen? 
Und auch für unsere Arbeit als 
Betriebsrat/-rätin ist die AK wichtig. 
Denn sie macht die Grundlagenarbeit, 
zum Beispiel wenn es wieder KV-Ver-
handlungen gibt. Dann gibt es die 
 SOZAK, die frühere Arbeiterhoch-
schule: Es hat ja einen Grund, warum 
man sie eingeführt hat, nämlich damit 
die BetriebsrätInnen den Arbeitgebern 
auf Augenhöhe begegnen können. 
Auch das hat eine Wirkung! Oder 
wenn ich an einen ganz konkreten Fall 
aus unserer Firma denke, nämlich als 
General Motors, wie wir damals noch 
geheißen haben, Insolvenz angemel-
det hat. Da waren wir in der Kammer 
und haben uns beraten lassen, wie wir 
vorgehen sollen, und waren so ge-
wappnet. Am Ende ist es dann zum 
Glück nicht dazu gekommen. 
Dreh- und Angelpunkt
Zum Schluss noch ein paar Worte zum 
Betriebsrat: Ich bin seit 30 Jahren im 
Geschäft, seit zehn Jahren als Vorsitzen-
de. Das Wichtigste dabei ist, dass man 
sich sozial für andere Leute einsetzen 
kann. Es kostet natürlich sehr viel Zeit, 
nach Stunden darf man bei mir nicht 
fragen. Aber es ist das Schöne, wenn man 
Leuten geholfen hat und diese dann 
Danke sagen: Das entschädigt! Beleg-
schaften in Betrieben, die noch keinen 
Betriebsrat haben, rate ich unbedingt: 
gründet einen, und zwar so schnell wie 
möglich! Denn sonst haben die Arbeit-
geber die Kontrolle. Als Betriebsrat/ 
-rätin hast du den Vorteil, dass du auf 
Augenhöhe mit den Arbeitgebern spre-
chen kannst. Und du musst dir kein Blatt 
vor den Mund nehmen, weil du einen 
Kündigungsschutz hast. Im Übrigen ha-
ben auch die Arbeitgeber Vorteile, weil 
wir einen ganz anderen Zugang zur Be-
legschaft haben. Wir sind der Dreh- und 
Angelpunkt, und davon haben alle et-
was: sozialen Frieden. 
Keine Schwächung der Beschäftigten!
Nicht zuletzt
von
Renate Blauensteiner
Betriebsratsvorsitzende bei Opel Wien, 
Vizepräsidentin der AK Wien© 
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