26 Arbeit&Wirtschaft 4/2018
D
ie neue Regierung präsentiert 
sich gerne als dynamisch und als 
Motor der Veränderung. Dabei 
könnte die Entwicklung von 
Frauen am Arbeitsmarkt in den letzten 
Jahrzehnten als Benchmark dienen: Ne-
ben einer steigenden Erwerbsbeteili-
gung sticht vor allem die unglaublich 
rasante Entwicklung bei der Bildung ins 
Auge. Es wäre also mehr als vernünftig, 
dieses Potenzial auch wirtschaftlich zu 
nutzen.
Denn Volkswirtschaften verlieren 
durch Benachteiligung von Frauen viel 
ökonomisches Potenzial. Das behaup-
tet nicht eine radikal-feministische 
Vereinigung, sondern McKinsey, also 
eines der größten Unternehmens- und 
Strategieberatungsunternehmen der 
Welt. In seiner Studie „e Power of 
Parity“ hat es berechnet, dass die Wirt-
schaftsleistung (BIP) in Österreich bis 
2025 um knapp 40 Milliarden Euro 
steigen könnte, würde die soziale und 
wirtschaftliche Benachteiligung von 
Frauen beseitigt. Voraussetzung dafür 
wäre, dass sich insbesondere die Frau-
en-Erwerbstätigenquote und die An-
zahl der von Frauen geleisteten Er-
werbs-Arbeitsstunden denen der Män-
ner annähern.
Arbeit mit und ohne Geld
Frauen verdienen zwar weniger und 
sind oft in Teilzeit. Sie arbeiten aber 
insgesamt sogar mehr als Männer, weil 
sie den Großteil der unbezahlten Arbeit 
leisten. Mit Erwerbstätigkeit, Hausar-
beit und Kinderbetreuung kommen sie 
auf 65 Arbeitsstunden pro Woche – um 
zwei mehr als die Männer. Viele Frauen 
sind auch nicht freiwillig in Teilzeit: 55 
Prozent geben an, dies aufgrund von 
Betreuungspflichten oder aus anderen 
familiären Gründen zu tun. Vor diesem 
Hintergrund ist es sehr problematisch, 
dass ab 2019 keine Bundesmittel mehr 
für den Ausbau der Kinderbetreuung 
vorgesehen sind und die Mittel für die 
Ganztagesschulen de facto halbiert wur-
den. Denn beides wäre dringend not-
wendig, um Frauen ein höheres Stun-
denausmaß zu ermöglichen.
Schließlich sollte Volkswirtschaft 
vernünftigerweise die Talente aller zu 
nutzen wissen und erst recht die Fähig-
keiten und Fertigkeiten, die durch 
Ausbildung erworben und verbessert 
wurden. Lange Zeit lagen Frauen im 
Haupterwerbsalter (zwischen 25 und 
64 Jahren) weit hinter den Männern 
zurück. Im Jahr 1981 hatte mehr als 
die Hälfte dieser Frauen maximal ei-
nen Pflichtschulabschluss, aber keine 
Standortpolitik, die; weiblich
Die gerne beschworene Frauenpower ist ein nicht zu ignorierender Standortfaktor. 
Manche scheinen aber immer noch an den Standort Küche zu denken. 
Sybille Pirklbauer
Abteilung Frauen und Familie der AK Wien
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