32 Arbeit&Wirtschaft 4/2018
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ie Regierung plant eine umfassen-
de Senkung der Körperschafts-
steuer. Damit soll Wachstum und 
Beschäftigung geschaffen werden. 
Die etwas nebulösen Ankündigungen im 
Regierungsprogramm lauten folgender-
maßen: „Österreich darf im internatio-
nalen Wettbewerb nicht an Attraktivität 
verlieren. Daher soll die Körperschafts-
steuer auf ein Niveau gesenkt werden, 
das unsere heimischen KMU nachhaltig 
entlastet und einen Anreiz setzt in Ös-
terreich zu investieren. Gleichzeitig soll 
aber kein ,Steuerdumping‘ betrieben 
werden.“ Etwas später findet sich der 
Hinweis, dass der Schwerpunkt bei den 
nicht entnommenen Gewinnen und bei 
der Mindestkörperschaftssteuer liegen 
soll. Die genaue Ausgestaltung scheint 
noch offen: Während Finanzstaatssekre-
tär Hubert Fuchs im Budgetausschuss 
von einer Senkung des Satzes Richtung 
20 Prozent gesprochen hat, hatte Wirt-
schaftsministerin Margarete Schram-
böck in der Pressestunde eine Halbie- 
rung des Steuersatzes für nicht entnom-
mene Gewinne in Aussicht gestellt.
Mehrere Steuern im Spiel
Grundsätzlich sind bei der Besteuerung 
von Unternehmensgewinnen mehrere 
Steuern im Spiel. So unterliegen die Ge-
winne von Einzelunternehmen und Per-
sonengesellschaften der Einkommen-
steuer. Der Spitzensteuersatz liegt bei 55 
Prozent. Die Gewinne von Körperschaf-
ten wiederum, im Wesentlichen Aktien-
gesellschaften (AG) und Gesellschaften 
mit beschränkter Haftung (GmbH), un-
terliegen der Körperschaftssteuer; der 
Steuersatz beträgt 25 Prozent. Und bei 
Gewinnausschüttungen an die Eigentü-
mer (natürliche Personen) fällt die Ka-
pitalertragsteuer in Höhe von 27,5 Pro-
zent an. Dadurch ergibt sich eine Ge-
samtbelastung (Körperschaftssteuer und 
Kapitalertragsteuer) von insgesamt 
45,63 Prozent. Im Vergleich dazu beträgt 
die Steuerbelastung bei Einzelunterneh-
men und Personengesellschaften bis zu 
55 Prozent. Durch den progressiven Ein-
kommensteuersatz und den Gewinnfrei-
betrag liegt die Steuerbelastung aber 
auch hier in aller Regel unter 55 Prozent.
Diese annähernd gleiche Steuerbe-
lastung gilt aber nur für ausgeschüttete 
Gewinne. Verbleiben die Gewinne im 
Unternehmen (nicht entnommene Ge-
winne), so gelten andere Steuersätze. 
Einzelunternehmen und Personenge-
sellschaften zahlen bis zu 55 Prozent 
Steuer, Kapitalgesellschaften nur maxi-
mal 25 Prozent. Mit anderen Worten: 
Schon jetzt werden nicht entnommene 
Gewinne bei Kapitalgesellschaften mas-
Nein zum Steuerdumping
Eine Senkung der Körperschaftssteuer heizt vor allem den schädlichen EU-Steuer-
wettbewerb an und bringt massive Mehrkosten für das Budget.  
Dominik Bernhofer, Martin Saringer
Abteilung Steuerpolitik der AK Wien
        

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