26 Arbeit&Wirtschaft 7/2018
S
ie entwerfen Slogans für Unterneh-
men, gestalten Grafiken oder testen 
Handy-Apps – und erbringen damit 
wichtige Leistungen für Betriebe. 
Wer aber in den Betrieben nach Namen 
dieser MitarbeiterInnen fragt, wird nur 
Kopfschütteln ernten. Denn Crowdwork 
passiert online. FreelancerInnen registrie-
ren sich auf Seiten wie Clickworker.de und 
erledigen gegen Bezahlung Aufträge. 
Doch wie steht es eigentlich konkret um 
die Arbeitsbedingungen dieser Arbeit-
nehmerInnen, die noch dazu für Interes-
senvertretungen schwierig zu fassen schei-
nen? „Wir haben Pionierarbeit geleistet 
und uns angeschaut, wie viele Menschen 
so arbeiten, wie die Arbeitsbedingungen 
sind und wo es Verbesserungsbedarf gibt“, 
sagt AK-Wien-Digitalisierungsexpertin 
Sylvia Kuba. 
Dafür wurden über 2.000 Menschen 
befragt. 18 Prozent gaben an, zumindest 
einmal im Jahr über eine Plattform gear-
beitet zu haben, fünf Prozent einmal pro 
Woche. Doch fast zwei Drittel der Be-
fragten verdienen im Schnitt 1,99 Euro 
pro Auftrag. „Für die meisten ist Crowd-
working nur ein Zusatzverdienst“, so 
Kuba. CrowdworkerInnen arbeiten auf 
Honorarbasis und haben meist keine 
 fixen Arbeitsverträge. Es drohe eine Aus-
höhlung des Arbeitsrechtes: „Dem muss 
rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben wer-
den.“ Nach Erledigung des Auftrages er-
folgt die Zeugnisvergabe: Auftraggebe-
rInnen bewerten Schnelligkeit und Sorg-
falt des Crowdworkers bzw. der Crowd-
workerin. Von diesem Feedback hängen 
weitere Aufträge ab. Mit KollegInnen aus 
Deutschland, Schweden und Frankreich 
baute die AK eine Plattform auf, die den 
Spieß umdreht: Auf faircrowd.work be-
werten CrowdworkerInnen ihre Auftrag-
geberInnen, etwa nach Verständlichkeit 
der Aufträge und fairer Bezahlung. 
Digitalisierungsfonds
Crowdwork ist nur ein Thema von Sylvia 
Kuba. Digitalisierung zieht sich durch 
sämtliche Lebensbereiche, entsprechend 
ist die Stabsstelle in der AK breit ver-
knüpft. So wird untersucht, wie Handel 
und Banken – Sektoren, in denen viele 
Frauen arbeiten – vom Internet verändert 
werden. Weitere Forschungsfelder sind 
Big Data, Technikstress und die Frage, 
welche Aus- und Fortbildungen Beschäf-
tigten weiterhelfen. Im AK-Zukunftspro-
gramm ist ein bundesweiter Digitalisie-
rungsfonds von 150 Millionen Euro ver-
ankert. Start ist 2019, die Laufzeit fünf 
Jahre, sofern Mitgliedsbeiträge nicht ge-
kürzt werden. „Gefördert werden Aus- 
und Weiterbildungen von Beschäftigten 
sowie Vorhaben, die Digitalisierung und 
Mitbestimmung fördern oder etwa den 
Arbeitsalltag erleichtern“, erklärt Melitta 
Aschauer-Nagl, Leiterin des Bereichs Bil-
dung in der AK Wien. 
Doch welche Kompetenzen braucht 
es in der digitalisierten Arbeitswelt? Die 
Arbeiterkammer hat 2015 den Verein 
 Industrie 4.0 mitbegründet, an dem sich 
Unternehmen, Interessenvertretungen 
wie Gewerkschaften sowie Forschungs-
einrichtungen beteiligen. Es gibt nicht 
eine relevante Kompetenz, sondern ein 
Bündel, hält Philipp Schnell fest. Der 
AK-Bildungsexperte ist Leiter der Fach-
gruppe „Qualifikation und Kompeten-
zen“. Neben fachlichen und digitalen 
Kompetenzen wie IT, Robotik und Pro-
grammieren werden Querkompetenzen 
wichtiger, so Schnell. Darunter fällt etwa 
Datenschutz. Zentral sind überfachliche 
Kompetenzen wie Problemlösungsfähig-
keit, interdisziplinäres Denken und 
Teamfähigkeit. Die Projektgruppe ent-
wickelte 81 Empfehlungen in sieben 
Handlungsfeldern. 
Kooperatives Lernen
„Bereits die Kleinsten sollten spielerisch 
den Umgang mit digitalen Tools lernen“, 
so AK-Bildungsexpertin Iris Schwarzen-
bacher. Digitale Kompetenzen müssten 
Skills für die digitale Welt
Ob Crowdworking, automatisierte Arbeitsvorgänge oder Datenerfassung in 
Unternehmen: Die AK treibt die Debatte über die Digitalisierung voran. 
Udo Seelhofer, Sandra Knopp
Freie JournalistInnen
Digitale Services der AK
Die AK-App Frag uns vereint mehrere Services der AK in einem Programm: Der Bankenrech-
ner hilft UserInnen, die Bank mit den besten Konditionen zu finden. Der Brutto-Netto-Rech-
ner zeigt, was nach Abzug aller Steuern vom Gehalt bleibt. Das Lexikon des Arbeitsrechts 
informiert über die Rechte der ArbeitnehmerInnen. Der Urlaubsrechner sagt UserInnen, auf 
wie viel Urlaub sie Anspruch haben. Wer dokumentieren möchte, wie lange er genau gearbei-
tet hat und wie lange die Pausen waren, kann dies mit dem Zeitspeicher der AK tun. Dieser 
ist auch als Browserversion verfügbar.
        

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