22 Arbeit&Wirtschaft 8/2018
D
ie politische Mitbestimmung und 
das Wahlrecht sind die zwei wich-
tigsten Merkmale einer Demo-
kratie. Zwei Aspekte, die auch in 
der Arbeitswelt bedeutsam sind. Denn: 
„Die erste Form der demokratischen 
Mitbestimmung im Betrieb ist der Ju-
gendvertrauensrat, der muss unbedingt 
bleiben. In der Schule gibt es den Klas-
sensprecher, im Betrieb den Jugendver-
trauensrat. Das ist ein gutes Training 
für alle guten BetriebsrätInnen. Und 
dafür setzen wir uns ein“, kommentier-
te etwa Bernhard Achitz, Leitender Se-
kretär des ÖGB, die Pläne der Bundes-
regierung, den Jugendvertrauensrat ab-
schaffen zu wollen.
Der Jugendvertrauensrat (JVR) 
vertritt die Interessen der Lehrlinge 
und jungen Beschäftigten im Betrieb. 
Er kümmert sich darum, dass gesetzli-
che Bestimmungen zur Lehrlingsaus-
bildung eingehalten werden, ist An-
sprechperson bei schulischen und pri-
vaten Problemen und dient auch als 
Bindeglied zwischen Vorgesetzten und 
Lehrlingen. Er ist die Stimme der jun-
gen Beschäftigten im Betrieb.
Laute Stimmen für die Lehrlinge
Rund 3.000 Jugendvertrauensräte und 
Jugendvertrauensrätinnen gibt es der-
zeit in Österreich. Eine von ihnen ist 
Victoria Schwarz. Sie ist in der Ausbil-
dung zur Karosseriebautechnikerin bei 
einem großen Autozulieferer in der Nä-
he von Graz. Als im August 2017 die 
Neuwahlen zum Jugendvertrauensrat 
anstanden, war es für sie klar, dass sie 
sich der Wahl stellt. „Ich habe mich vor-
her schon engagiert, mich kannten die 
meisten Lehrlinge und ich verstehe 
mich mit ihnen sehr gut.“ Die Vorteile 
des Jugendvertrauensrats liegen für sie 
auf der Hand: „Meine Chefs sind froh, 
dass ich mit den gesammelten Anliegen 
der Lehrlinge zu ihnen komme. Sie hät-
ten nie die Zeit, mit jeder und jedem 
Einzelnen lange zu reden.“
Problemvermeidung
Auch Josef Rehberger, Jugendvertrau-
ensrat in der voestalpine Linz, weiß, 
was es heißt, Jugendvertrauensrat zu 
sein. Der gelernte Produktionstechni-
ker ist dort Ansprechpartner für mehr 
als 460 Lehrlinge: „Der Jugendver-
trauensrat ist wichtig, weil er die einzi-
ge Möglichkeit für Lehrlinge ist, im 
Betrieb mitzubestimmen. Die JVRs 
werden von den Lehrlingen gewählt, 
die bei Problemen zu uns kommen. 
Oft können wir hier schon im Vorhin-
©
 Ö
GB
-V
er
la
g/
M
ic
ha
el
 M
az
oh
l
Es liegt in der Natur des Menschen, mitbestimmen zu wollen. Wenn die Regierung 
der Jugend ihre Stimme nimmt, wird sie laut. Denn das lässt sie sich nicht gefallen.
Barbara Kasper
ÖGB-Kommunikation
Jugend.Mitbestimmung.Jetzt
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.