Full text: Wie viel darf’s denn sein? (2)

33Arbeit&Wirtschaft 2/2019
„Durch die 30-Stunden-Woche haben 
sich viel mehr Potenziale ergeben als Pro-
bleme“, freut sich Hochreiter. „Wir ha-
ben das drei Jahre lang geplant, hatten 
aber keine Erfahrungswerte – das war das 
Risiko.“ Essenziell für die Geschäftsfüh-
rer war „eine echte Work-Life-Balance, 
keine Work-Life-Blending“, und zwar so-
wohl für die Beschäftigten als auch für 
die Chefs. 
Positive Zwischenbilanz
Stichwort „Geht’s den Kunden gut“: 
Auch sie profitieren, denn zufriedene 
MitarbeiterInnen betreuen besser. Davon 
sind Hochreiter und Fleischanderl über-
zeugt. Mit dem Mehr an Arbeitskraft sind 
auch das Know-how und die Produktpa-
lette angewachsen, die Firma hat mittler-
weile 60 Kunden dazugewonnen (insge-
samt sind es gut 300 aus 13 Ländern), 
der Umsatz ist 2018 um rund 40 Prozent 
gestiegen. „Wir sind aber keine Roboter, 
die nicht mehr reden, keinen Spaß haben 
und nur arbeiten müssen“, beschwichtigt 
Hochreiter. „Die Gleitzeit ist derzeit auf 
fünf Tage verteilt, das muss aber nicht so 
bleiben. Wir wollen das exibler gestal-
ten“, mehr will die Geschäftsführung 
noch nicht verraten. Dass nach 14 Uhr 
niemand mehr in der Firma erreichbar ist, 
hat die Kunden jedenfalls nicht vergrämt. 
Vereinbarte Gespräche können durch die 
Gleitzeit freilich auch später geführt wer-
den. Aber nicht vom „Homeoce“ aus 
– Klaus Hochreiter ist ein entschiedener 
Gegner dieser Arbeitsform: „Wir wollen 
mehr Lebensqualität, und das heißt für 
mich auch Ruhephasen von der Arbeit.“ 
Teurer ist eMagnetix nicht geworden, ob-
wohl es diesbezüglich Unterstellungen 
gab. „Wird das auf die Kunden abgewälzt, 
ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie uns 
weglaufen. Dann sind wir nicht mehr 
konkurrenzfähig.“
Gut behandeln lohnt sich 
Auch AK-Wien-Experte Christian Dunst 
ist überzeugt: Die Belegschaft nachhaltig 
gut zu behandeln lohnt sich. „Wenn mei-
ne MitarbeiterInnen das Unternehmen 
tragen, dann muss ich auch zusehen, dass 
ich schonender mit ihnen umgehe. Ich 
Carina Hammer ist Leiterin Content und wie die meisten begeisterte Sportlerin.
„Geht’s den Mitarbeitern gut,  
geht’s den Kunden gut,  
geht’s dem Unternehmen gut.“
        

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