Full text: Nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten

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Robert Schorn: 
Nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten 
 
 
1. Einleitung 
 
Zum Thema Manipulation oder nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten herrschen 
derzeit unterschiedliche Ansichten und Meinungen vor. Viele Menschen haben von Vance 
Packards Buch „Die geheimen Verführer“ oder James Vicarys Behauptung, durch subliminale 
Einblendungen während eines Kinofilms die Umsätze von Cola und Popcorn drastisch 
gesteigert zu haben, gehört. Ob und wie derartige Methoden funktionieren, ist allerdings nur 
wenigen bekannt. Zwar sind subliminale Einblendungen von Botschaften in Filmen in den 
meisten Ländern gesetzlich verboten, die Forschung zur nichtbewussten Beeinflussung von 
Einstellungen und Verhalten hat in den letzten Jahren jedoch Fortschritte gemacht, die 
ungeahnte Möglichkeiten der Manipulation von Denken, Fühlen und Verhalten in sich bergen. 
 
Aus der Sicht des Konsumentenschutzes, aber auch im Sinne des Schutzes der freien 
Meinungsbildung generell, scheint es unabdinglich, Erkenntnisse zur nichtbewussten 
Beeinflussung von Menschen, die in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen der 
Allgemeinen und der Sozialpsychologie gewonnen wurden, heranzuziehen und auf ihre – 
mögliche missbräuchliche – Verwendung im Bereich des Konsumentenverhaltens zu 
durchleuchten. Durch wissenschaftliche Untersuchungen kann herausgefunden werden, wie 
und unter welchen Umständen manipulative Methoden in realen Kaufsituationen zur 
Anwendung kommen könnten. Die Ergebnisse können als Impuls für mögliche gesetzliche 
Maßnahmen dienen sowie Hinweise liefern, wie sich Konsumenten möglichen 
Manipulationsmethoden entziehen können. Da davon auszugehen ist, dass Unternehmen oder 
andere Organisationen, die über derartiges Wissen verfügen und es gewinnbringend einsetzen 
können, diesen Wettbewerbsvorteil nicht publik machen wollen, müssen andere Instanzen wie 
Universitäten sowie Konsumentenschutz- oder andere gemeinnützige Institutionen 
eingebunden werden, um derartige Phänomene unter Zuhilfenahme wissenschaftlich 
anerkannter Methoden zu überprüfen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
        

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