Full text: Nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten

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verschaffte dadurch diesem Forschungsgebiet ein anstößiges Image, was die Zahl der seriös in 
diesem Bereich arbeitenden Wissenschaftler für die folgenden zwei Jahrzehnte drastisch 
reduzierte. Es herrschten Skepsis und Unstimmigkeit ob der Wirksamkeit nichtbewusster 
Beeinflussung. 
 
Viele Menschen glauben an die Wirksamkeit nichtbewusster Botschaften und so werden etwa 
Millionen von Selbsthilfekassetten verkauft, die durch unterschwellige Botschaften das 
Abnehmen von Körpergewicht oder die Steigerung des Selbstbewusstseins versprechen (vgl. 
Natale 1988). Empirische Untersuchungen konnten die Wirksamkeit derartiger 
Selbsthilfekassetten jedoch nicht belegen (vgl. Greenwald, Spangenberg, Pratkanis & 
Eskenazi 1991). Eine in den 1990er Jahren durchgeführte Recherche von 150 Artikeln aus 
Massenmedien und 200 wissenschaftlichen Untersuchungen erbrachte ebenso keine klare 
Antwort auf die Frage, ob subliminale Botschaften Einstellungen oder das Verhalten 
beeinflussen können (vgl. Pratkanis & Aronson 1992). 
 
Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen über nichtbewusste Beeinflussung weist ein 
beträchtlicher Teil der Literatur darauf hin, dass einige Methoden nichtbewusster 
Beeinflussung sehr wirksam sein können. Murphy und Zajonc (1993) zeigten, dass 
subliminales Priming (dazu ausführlicher Seite 6) dazu eingesetzt werden kann, um die 
affektiven Reaktionen bezüglich wenig vertrauter Objekte zu beeinflussen. In Experimenten 
fanden sie heraus, dass Versuchspersonen chinesische Schriftzeichen positiver beurteilten, 
wenn diesen subliminal präsentierte lachende Gesichter – im Gegensatz zu missmutigen 
Gesichtern – vorausgingen. 
 
Neuere Studien zeigen, dass durch Priming nicht nur Einstellungen beeinflusst werden 
können, sondern auch das Verhalten (vgl. Dijksterhuis & Bargh 2001). Bargh, Chen und 
Burrows (1996) fanden heraus, dass Versuchspersonen (in den USA), die subliminal mit 
Gesichtern von Schwarzen geprimt worden waren, auf eine lästige Frage feindseliger 
antworteten als Versuchspersonen, die mit Gesichtern von Weißen geprimt worden waren. 
Versuchspersonen, die mit dem Konzept von Unhöflichkeit supraliminal (via Scrambled-
Sentence-Test) geprimt worden waren, unterbrachen in einer nachfolgenden Aufgabe den 
Versuchsleiter früher und häufiger als Versuchspersonen, die mit Wörtern zum Konzept 
Höflichkeit geprimt worden waren. Sie zeigten auch, dass Versuchspersonen, die mit dem 
Stereotyp alter Menschen geprimt worden waren, entsprechend diesem Stereotyp im
        

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