Full text: Nichtbewusste Beeinflussung von Konsumenten

9 
Mere-Exposure-Effekt 
 
Der Mere-Exposure-Effekt wurde ursprünglich von Zajonc (1968) dokumentiert und ist 
seither in über zweihundert Experimenten untersucht worden (für einen Überblick siehe 
Bornstein 1989). Er besteht darin, dass bekannte Personen oder Objekte mehr akzeptiert oder 
gemocht werden als weniger bekannte Personen oder Objekte, dass etwas, das ursprünglich 
ungewohnt war, ausschließlich durch wiederholte, nicht verstärkte Exposition eine günstigere 
Beurteilung erfährt. So kam Zajonc in seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die 
mehrfache Darbietung eines Reizes als Bedingung für die Verbesserung der Einstellung 
gegenüber diesem Reiz gesehen werden kann, indem er seinen Versuchspersonen z.B. 
türkische Wörter, chinesische Schriftzeichen oder Photos 0-, 1-, 2-, 5-, 10- und 25-mal zeigte 
und anschließend die Einstellung der Probanden zu den vorher gezeigten Stimuli maß. Je öfter 
der jeweilige Stimulus dargeboten worden war, umso positiver wurde er anschließend von den 
Probanden beurteilt (vgl. Zajonc 1968). 
 
Der Mere-Exposure-Effekt wurde unter verschiedenen Bedingungen – von erheblichen 
Expositionsfrequenzen wie 243 Wiederholungen (vgl. Zajonc, Crandell, Kail und Swap 1974) 
bis zu extrem niedrigen Expositionszeiten (vgl. Kunst-Wilson und Zajonc 1980; Mandler et 
al. 1987) – bestätigt. 
 
Ziel eines Experiments von Kunst-Wilson und Zajonc (1980) war es, herauszufinden, ob der 
Mere-Exposure-Effekt nachgewiesen werden kann, wenn man die Erkennung der Stimuli 
drastisch reduzierte. In vorausgehenden Studien wurde getestet, wie gering die 
Darbietungszeit eines Stimulus sein musste, damit die Erkennungsleistung auf Zufallsniveau 
absank. Bei einer Expositionszeit von einer Millisekunde konnten die Probanden dieser 
Vorversuche nicht mehr angeben, was sie gesehen hatten. Das Haupt-Experiment bestand aus 
einer Expositions-Phase und einer Test-Phase. Als Stimuli dienten 20 unregelmäßige 
Achtecke, die durch einen Zufallsprozess erstellt wurden. Diese 20 Achtecke wurden in zwei 
Sets von je 10 Achtecken, Set A und Set B, unterteilt. In der Expositions-Phase wurde der 
einen Hälfte der Probanden Set A, der anderen Hälfte Set B dargeboten, wobei jedes der 
Achtecke fünfmal in randomisierter Reihenfolge für jeweils eine Millisekunde gezeigt wurde. 
Die Farbe der Achtecke war schwarz, der Hintergrund weiß. Die Versuchspersonen wurden 
vor dem Experiment instruiert, dass das Experiment aus zwei Teilen besteht und dass im 
ersten Teil Bilder so kurz auf dem Bildschirm erscheinen würden, dass man nicht erkennen
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.