Full text: Finanzkrise: Die Kunden zahlen für die Krise!

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VB Wien 
Beim Kauf und Verkauf festverzinslicher Wertpapiere ist eine Preissteigerung von 
96,9% festzustellen. Im Jahr 2002 wurden 25,40 Euro Mindestgebühr beim Kauf 
und Verkauf an der Börse Wien verrechnet, im Jahr 2010 bereits 50,00 Euro. 
Die jährliche Mindestgebühr je Wertpapierposition für eigene und fremde Emissio-
nen (exkl. USt.) ist von 2002 bis 2010 um das Doppelte gestiegen (EUR 2,50) 
Die jährliche Mindestgebühr je Wertpapierdepot für eigene und fremde Emissionen 
(exkl. USt.) ist von 2002 bis 2010 um 103,3% gestiegen (EUR 12,70) 
 
2.3 Fremdwährungskredite 
 
Es gibt in Österreich rund 250.000 Fremdwährungskreditverträge, mit denen sich pri-
vate Haushalte ihren Wohnraum finanzieren. Die Finanzkrise trifft viele Fremdwäh-
rungskreditnehmern ins Bein: Denn der Schweizer Franken, die Lieblingswährung der 
Fremdwährungskreditnehmer, hat seit dem Ausbruch der Finanzkrise kräftig aufge-
wertet und somit viele ins Schwitzen gebracht – in unerwarteter Art und Weise. Denn 
das Währungsrisiko wurde von Vermittlern kleingeredet, zumeist mit den Worten: „Der 
Franken ist eh stabil“. Fakt jedoch ist: Das Währungsrisiko ist schlagend geworden 
und fällt jenen auf den Kopf, die das Märchen vom „stabilen Franken“ geglaubt haben. 
Was derzeit passiert: Banken kontaktieren ihre Kunden, und machen sie auf die plötz-
lich unberechenbare Währung aufmerksam.  
 
Die Lieblingsvariante der Vermittlerbranche ist der endfällige Fremdwährungskredit: 
Das bedeutet, dass die Kreditschuld, die zu Beginn (vom ausbezahlten Euro-
Kreditbetrag) in Schweizer Franken umgerechnet wird, haftet bis Laufzeitende in voller 
Höhe aus („endfällig“).  
Wer oder was soll den Kredit zurückbezahlen? Das die sogenannten Tilgungsträger, 
also Ansparprodukte, die die Profite erwirtschaften sollen, mit denen am Ende der 
volle Kredit zurückbezahlt wird. Die Vermittlerbranche freute sich über den sehr guten 
Vertrieb von Fondsparplänen, Lebensversicherungen und – vor allem in den letzten 
Jahren - fondgebundene Lebensversicherungen als derartige Rückzahlungsvehikel. 
Das Problem, vor denen die Kreditnehmer stehen: Die versprochenen Renditen („6% 
machen wir!“) sind nicht eingetroffen – und werden in vielen Fällen auch niemals ein-
treffen, im Gegenteil: Etliche Kreditnehmer stehen mit entwerteten Ansparprodukten 
da, die nicht in der Lage sind, die Kredite („endfällig“) abzudecken. Es drohen große 
Lücken zu Laufzeitende, was für die kreditgebenden Banken Anlass ist, ihre Kunden – 
mehr oder weniger dringend, aber häufig mit merklichen Druck - zur Nachversiche-
rung anzuhalten. Die Fremdwährungskreditnehmer sind in eine Doppelmühle geraten 
– der Wechselkurs hebelt derzeit die Kreditschuld, die kapitalmarktbasierten Anspar-
produkte hingegen knicken ein. 
 
Die AK fordert, dass die Banken ihre Kunden, die weder diese Zocker-Kredite erfun-
den und auch das Wechselrisiko nicht kleingeredet haben, nicht im Regen stehen 
lassen dürfen. Zu einem fairen Umgang mit den Kreditnehmern gehört auch, dass 
offensichtliche Fälle von Fehlberatung nicht auf Kosten der Kreditnehmer gehen dür-
fen.
        

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