Full text: Finanzkrise: Die Kunden zahlen für die Krise!

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Dazu wären noch die Schäden zu erwähnen, die durch „irreführende“ Finanzpro-
dukte entstanden sind, bei denen die Schäden deutlich über den „normalen“ Kurs-
rückgängen liegen. 
 
Und auch die Summen, die den Verbraucherinnen durch zu niedrige Sparzinsen 
vorenthalten wurden bzw. die sie durch zu hohe Kreditzinsen an die Banken verlo-
ren haben, wären zu erwähnen. 
 
 
2. Wo sich die Banken das Geld der Kunden holen 
 
2.1. Zinsen 
 
2.1.1. Zahlungsverkehr/Girokonto 
 
In einer Auswertung der Daten des AK-Bankenrechners wurden die Zinsen und 
Spesen von 54 Kontoprodukten von insgesamt 31 Banken im Zeitablauf (2/2005-
2/2010) analysiert und bewertet. 
 
a) Habenzinsen (Guthabenzinsen):  
Mit Ausnahme einiger weniger Kontomodelle (z.B. die Luxusvariante der RLB NÖ 
Wien) bewegen sich die effektiven Habenzinsen auf Girokonten nahe an 0%. Denn 
der von den 31 Banken gewährte durchschnittliche Zinssatz (Median) beträgt 
durchgehend – das heißt von 1/2005 bis 2/2010 - 0,125% vor Kapitalertragssteuer. 
Entscheidend ist, dass die angebotenen Habenzinsen von der Entwicklung des Euri-
bor (1 Monat) abgekoppelt sind, wie aus der nachfolgenden Tabelle hervorgeht: Das 
heißt die Guthabenzinsen lagen immer wesentlich unter jenen Zinsen, die im Inter-
bankgeschäft bezahlt werden. Mit den Guthabenzinsen am Girokonto konnte die Infla-
tion (VPI 2005 bis 2009 betrug zwischen 2,3% und 0,5%) nicht abgedeckt werden.  
Guthabenzinsen am Girokonto im Vergleich 
zum Euribor (3 Monate)
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Datum (Monat/Jahr)
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EURIBOR 3 Monate
Guthabenzinsen Girokonto
(Median)
 
durchgängig 0,125%
        

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