Full text: Frauen und die Wirtschaftskrise

 
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2.4.4. Der Arbeits? und Wirtschaftsraum des Bezirks Lienz (Osttirol) 
Tirol  zählte 2009  in der Altersgruppe 15?64  in der Privatwirtschaft mehr als 252.000 unselbständig 
Beschäftigte  (ca.  113.000  Frauen,  139.000  Männer),  was  etwa  8,8 %  der  unselbständigen 
Beschäftigung in der Privatwirtschaft in Österreich entsprach. Selbständig erwerbstätig (Altersgruppe 
15?64) waren  in Tirol  im  Jahresdurchschnitt 2009 mehr als 35.000 Personen  (davon 23.000 Männer 
und  12.000  Frauen),  das  entspricht  einem  Anteil  von  9 %  an  der  selbständigen  Beschäftigung  in 
Österreich.  
Gemessen  an  der  unselbständigen  Beschäftigung  zählt  Lienz/Osttirol  zu  den  kleinsten  Tiroler 
Arbeitsmarktbezirken – 2009 waren 4,3 % der unselbständig Beschäftigten  in Tirol dem Bezirk Lienz 
zugeordnet, nur Reutte hatte einen noch kleineren Anteil, den mit Abstand größten Anteil an den 
unselbständig  Beschäftigten  nahm  Innsbruck  ein.20  Beim  Anteil  der  MigrantInnen  an  den 
unselbständig Beschäftigten weicht Lienz markant vom Landes? wie auch vom Österreich?Schnitt ab. 
Während  2009  der  MigrantInnenanteil  an  den  in  Österreich  unselbständig  Beschäftigten  in  der 
Privatwirtschaft  bei  17,7 %  (Österreich  inkl.  öffentlicher  Dienst:  16,5 %)  und  der  Tiroler 
Landesdurchschnitt mit 18,4 % damit sogar über dem österreichischen lag, hatten nur 5 % der in Lienz 
unselbständig Beschäftigten einen Migrationshintergrund.  
Bei Betrachtung einer Region  ist  sowohl die Bedeutung der Region als Arbeitsgeberin als auch die 
Erwerbssituation  der  Bevölkerung  von  Interesse.  Daher  (sowie  auch  wegen  fehlender  regionaler 
Zuordnungen  bei  Auswertungen  nach  dem  Arbeitsort)  wird  auch  kurz  auf  die  Struktur  der 
unselbständig Beschäftigten, die  im Bezirk Lienz wohnen  (= “wohnhaft Beschäftigte“), eingegangen. 
Auch bei dieser Auswertung (inkl. öffentlicher Dienst) ist Lienz zweitkleinster Bezirk Tirols: Von den in 
Tirol wohnhaft Beschäftigten  lebten 2009 6,1 %  im Bezirk  Lienz. Der MigrantInnenanteil unter den 
unselbständig Beschäftigten, die  in Lienz wohnen,  ist mit 4 % geringer als  in der Arbeitsbevölkerung 
(5 %). Auch in Tirol insgesamt ist der MigrantInnenanteil unter der Arbeitsbevölkerung höher (18,4 %) 
als  unter  den  in  Tirol  wohnhaft  Beschäftigten  (16,5 %).  Im  Österreich?Schnitt  lag  der 
MigrantInnenanteil an der wohnhaft Beschäftigten bei 15,4 %.  
Wie  im  Fall  von  Neunkirchen,  übersteigt  auch  im  Bezirk  Lienz  die  Zahl  der  unselbständig 
Beschäftigten,  die  in  Lienz  wohnen,  die  Zahl  jener,  die  in  Lienz  arbeiten.  Im  Gegensatz  zu 
Niederösterreich gibt es für Tirol keine detaillierte Analyse der PendlerInnenbewegungen, daher wird 
auf  Daten  aus  der  Volkszählung  2001  zurückgegriffen.21  Gemäß  Volkszählung  lag  die  Zahl  der 
Erwerbstätigen  am  Wohnort  im  Bezirk  Lienz  2001  bei  20.700  Personen  sowie  die  Zahl  der 
Erwerbstätigen  am  Arbeitsort  bei  18.800  Personen,  der  PendlerInnensaldo  für  den  Bezirk  war 
negativ:  Während  etwa  1.700  Personen  aus  anderen  Bezirken/Bundesländern  nach  Lienz 
einpendelten,  pendelten  mehr  als  doppelt  so  viele  (etwa  3.600)  von  Lienz  in  andere 
Bezirke/Bundesländer aus. Von den 20.700 Erwerbstätigen, die 2001 im Bezirk wohnten, hatten somit 
17,4 % ihren Arbeitsplatz außerhalb des Bezirks.  
                                                            
20  Im  Jahresdurchschnitt  2009 waren  von  den  in  Tirol  unselbständig  Beschäftigten  16,5 %  regional  keinem 
Arbeitsmarktbezirk zuordenbar. 
21Q.:http://www.tirol.gv.at/fileadmin/www.tirol.gv.at/raumordnung/Regionsprofile/Stat_profile/bezirke/BZ_Li
enz_2008.pdf  
        

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