Full text: Frauen und die Wirtschaftskrise

  203  Naturschutzes.  Letztere  sind  wichtige  Voraussetzungen  für  den  Erhalt  eines  dynamischen  Wirtschaftsstandortes  bzw.  eines  qualitätsorientierten  Tourismus.  Nachhaltigkeit  kann  somit  über  abgestimmte Reformen/Innovationen  in den Bereichen der  sozialen Versorgung  (Wohlfahrtsstaat),  der  Ökologie  (Umwelt  und  erneuerbare  Energie),  und  der  Wirtschaft  (Tourismus,  Gewerbliche  Produktion, Kultur, Kreativindustrie ….) sicher gestellt werden.  Gemeinschaftlich organisierte mobile  Fahrtendienste  könnten auch  zur Ergänzung des öffentlichen  Verkehrsnetzes eingesetzt werden, um weniger ‚mobilen‘ potenziellen Arbeitskräften den Zugang zu  weiter entfernten Arbeitsmöglichkeiten zu erleichtern. Mobilität wird zu einem Kernkriterium für die  Vereinbarkeit von Beruf und Familie, d.h. einer beruflichen Entfaltungsmöglichkeit von Frauen und  Männern,  in  denen  die  Arbeitszeit  den  eigenen  Wünschen  entspricht  und  nicht  von  rigiden  Öffnungszeiten  der  verschiedenen  Versorgungseinrichtungen  aufoktroyiert wird.  Dies  gilt, wie  die  ExpertInnengespräche  gezeigt haben, nicht nur  für den  ländlichen Raum  sondern  auch  für urbane  Gebiete.   Flexible Spezialisierung auch im urbanen Raum  Um „economies of scale“ (Skalenerträge) und eine Professionalisierung der sozialen Dienste sicher zu  stellen, macht es nicht nur in ländlichen Gemeinden Sinn, sich zusammen zu schließen; sondern auch  im städtischen Raum. Eine größer angelegte arbeitsteilige Organisationsform schafft Arbeitsplätze für  eine Vielfalt von Kompetenzen, die in ihrem Zusammenwirken eine umfassende Betreuung und/oder  Förderung  der  Betroffenen  sicher  stellen.  Damit  ist  eine  qualitativ  hochwertige  Versorgung  bei  gleichzeitiger  Effizienzsteigerung  möglich.  Gleichzeitig  wird  über  ein  arbeitsteiliges  Verfahren  die  Professionalisierung  der  sozialen Dienste  im weitesten  Sinn  ermöglicht  und  die  Verbesserung  der  Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte in diesen Beschäftigungsbereichen.   Umsetzung und Finanzierung  Für  die  Umsetzung  einer  Strukturreform  in  Richtung  integrative  soziale  Infrastruktur,  die  auf  die  Erhaltung  der  Umwelt  und  des Wirtschaftsstandortes  Rücksicht  nimmt,  braucht  es  eine  start?up  Finanzierung. Der Zusammenschluss von Gemeinden bedarf wohl einiger  finanzieller Anreize, etwa  Förderbeiträge  in  Abhängigkeit  von  einer  regionalen  Integration  und  Spezialisierung.  Für  die  Umsetzung wäre eine Bund?Länderaktion vorstellbar, die einen  Innovationsfonds  für die  Schaffung  eines  integrierten  Sozialsystems  speist,  aus  dem  Gemeinden  unter  bestimmten  Auflagen  Förderungen erhalten können. Dabei kann es sich um rückzahlbare Kredite ebenso handeln wie um  Investitionsförderungen.  Auch  die  EU?Regionalförderung  kann  in  ein  derartiges  dezentrales  regionales Entwicklungsszenarium eingebunden sein, etwa ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds  für die Entwicklung des ländlichen Raums), darunter der Schwerpunkt 4 LEADER. Ebenso ergeben sich  aus  den  ESF?Förderungen  Möglichkeiten  für  eine  Ko?Finanzierung  der  innovativen  Gestaltung  gewisser sozialer Dienste.  Das Land Tirol plant das Pilotprojekt in Osttirol mit der Schaffung einer Beschäftigungsgesellschaft für  Frauen  zu  unterstützen,  nicht  zuletzt  auch  um  die  hohe  Zahl  der  langzeitarbeitslosen  Frauen  zu  verringern.  In Schwechat wiederum bietet das AMS eine Anbindung an das  im  Jahr 2010 eröffnete  Frauenberufszentrum an. 

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