Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1976 Heft 3 (3)

Die relativ stärkeren Schwankungen der Industrieinvestitionen ver¬
glichen mit den Gesamtinvestitionen spiegelt Tabelle 2 wider. Im Jahre
1968, in dem es sogar zu einem nominellen Rückgang der Industrieinvesti¬
tionen kommt, sinkt ihr Anteil auf 13,3 Prozent an den Bruttoanlage-
investitionen, drei Jahre später erreicht dieser Anteil einen Höchstwert
von 18,3 Prozent.
Es mag daher zutreffen, daß das System der vorzeitigen Abschreibung
tatsächlich eine gewisse »Prellbockfunktion« in der Entwicklung nach
unten ausübt, dies widerspricht jedoch nicht unbedingt der Knappschen
Aussage vom »Bumerangeffekt«, der eine Wiederbelebung der Investi¬
tionstätigkeit verzögert. Im Aufschwung — und das geht aus Aigingers
Schlußfolgerungen klar hervor — besteht jedenfalls eine Tendenz zur
Überhitzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung.
Tabelle 2
Entwicklung der Industrieinvestitionen
1964
Industrieinvestitionen
in Millionen Schilling
(zu laufenden Preisen)
9.590
Industrieinvestitionen
in Prozent der Brutto-
anlageinvestitionen
16,0
1965 10.575 15,6
1966 10.993 14,7
1967 10.684 14,0
1968 10.457 13,3
1969 12.003 14,5
1970 16.055 16,4
1971 21.185 18,3
1972 24.216 17,1
1973 22.409 15,1
1974 24.193 14,0
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (österreichisches Statistisches Zentral¬
amt) und hochgeschätzte Investitionen der Industrie (nach Berechnungen des öster¬
reichischen Instituts für Wirtschaftsforschung).
Andere Formen steuerlicher Förderung
Die »Investitionsrücklage« entschärft zwar die destabilisierende Wir¬
kung der steuerlichen Investitionsförderung, in ihrer gegenwärtigen Form
bietet sie der Investitionspolitik des Unternehmens jedoch einen so großen
Spielraum, daß kaum stabilisierende Effekte erwartet werden können.
Überdies wird dieses Instrument, soweit aus den veröffentlichten Bilan¬
zen geschlossen werden kann, in relativ geringem Ausmaß angewendet.
Einer ähnlichen Problematik wie die vorzeitige Abschreibung unterliegt
der »Investitionsfreibetrag«. Bei Anwendung dieser Förderung können
20 Prozent der Anschaffungskosten zusätzlich zur Normalabschreibung
im Jahr der Investition gewinnmindernd geltend gemacht werden. In den
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