Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1982 Heft 1 (1)

Kollegen. Von allen weiblichen Erwerbstätigen haben 1978 rund 47 Pro¬ zent in ihrer Jugend bloß eine Pflichtschulausbildung erhalten (Män¬ ner: 30 Prozent). Noch krasser zeigt sich der Unterschied bei der Lehrausbildung. Fast jeder zweite männliche aber bloß jede vierte weibliche Erwerbstätige konnte auf eine abgeschlossene Lehre zurück¬ blicken. Eine ähnliche geschlechtsspezifische Proportion gilt für Hoch¬ schulabsolventen: rund 5 Prozent der Männer konnten in ihrem Beruf auf eine universitäre Ausbildung zurückgreifen; bei den Frauen dage¬ gen nur 2,5 Prozent. Übersicht 4 - Schulbildung 1978 Berufstätige* Höchste abgeschlossene männlich weiblich Schulbildung % % Pflichtschule 30 47 Lehrausbildung 47 24 mittlere Schule 9 17 allgemeine Höhere Schule 5 6 berufsbildende Höhere Schule 4 4 Hochschule 5 2 Alle 100 100 * Nur solche mit bereits abgeschlossener Ausbildung und bekannter beruflicher Stellung (also ohne Lehrlinge und unbekannt) Quelle: Österreichisches Statistisches Zentralamt, Mikrozensus 1978. 2.4 Hohe Frauenanteile in Niedriglohnbranchen Die schlechten Zugangschancen zu schulischer und beruflicher Aus¬ bildung lassen Frauen oft keine andere Wahl, als Arbeitsplätze in Niedriglohnbranchen anzunehmen. Unternehmen in diesen Bereichen können selbst dann noch ihre Leistungserstellung aufrecht erhalten, wenn männliche Arbeitnehmer nicht (mehr) bereit sind, zu den angebo¬ tenen Lohnsätzen zu arbeiten. Die im Wirtschaftssektor „Haushaltung und Hauswartung" beschäftigten Männer und Frauen erzielten im Jahre 1976 nur knapp 50 Prozent des durchschnittlichen Einkommens aller unselbständig Erwerbstätigen. 90 Prozent dieser Beschäftigten waren Frauen. Nur geringfügig höher lag das Einkommensniveau in den Bereichen „Körperpflege, Reinigung", „Hotel-, Gast- und Schank- gewerbe", „Bekleidungsindustrie" und „Lederindustrie". Auch in die¬ sen typischen Niedriglohnsektoren war der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen nahezu doppelt so hoch wie in der österreichischen Wirtschaft insgesamt. Dagegen sind die Frauen in den Hochlohnbran- 84

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