Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1990 Heft 1 (1)

Ausgangspositionen für die Diversifi­
zierung." 
Zusammenfassend kann gesagt 
werden, daß es sich bei der vorliegen­
den Arbeit um eine wirklich interes­
sante Aufarbeitung des Problems 
rückläufiger und reifer Branchen han­
delt. Erschreckend ist allerdings die 
Einstellung der Autorin zu den Be­
schäftigten in den betreffenden Unter­
nehmen. So sollte das Management 
ihrer Meinung nach "statt in einer 
reifen Branche Arbeiter zu entlassen 
. . .  - gleichsam als Vorübung für flin­
kere Arbeitsmethoden - es bereits ver­
meiden, zu viel Personal aufzustok­
ken, wenn die Nachfrage rapid steigt". 
Die Existenz von Gewerkschaften er­
wähnt Harrigan nur einmal, indem sie 
meint, das Management sollte Kon­
flikte mit diesen vermeiden, da diese 
die Austrittsbarrieren erhöhen. 
Die abschließenden Empfehlungen 
für Regierungen und Behörden er­
scheinen schließlich zweifelhaft. Die 
Autorin meint nämlich, daß eine Anti­
kartell-Politik eine Strategie für wach­
sende Branchen darstellt, sobald die 
Nachfrage allerdings abflacht, nimmt 
die Konzentration - aufgrund geringer 
Erträge - zu. "Die Antikartell-Politik 
sieht nicht ein, daß der hitzige Wettbe­
werb jeder technischen Effizienz zu­
widerläuft. Kurz gesagt bleiben, wenn 
die Abnehmer die ganze Gewinnspan­
ne von reifen Produkten abschöpfen, 
dem Management keine Liquida, die 
wieder in die Steigerung der techni­
schen Effizienz zurückfließen 
könnten." 
In einem erfolgreichen Endspielum­
feld werden die Verbraucherpreise 
mit der Zeit somit höher. Nach Ka­
thryn Harrigan "ist dem öffentlichen 
Wohl gut gedient, wo der Löwenanteil 
aller Waschmittel, Shampoos, Deodo­
rants, Haushaltsreiniger und anderer 
Hygieneprodukte auf nur drei große 
Weltunternehmen - Unilever, Procter 
& Gamble und Colgate-Palmolive -
entfällt, solange die Preise reell und 
die Arbeitslosigkeit gering bleiben". 
Fragt sich nur, wie das gewährlei­
stet werden soll. Die Autorin gibt dar­
auf leider keine Antwort. 
Brigitte Ederer 
145
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.