Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1991 Heft 2 (2)

die keynesianische Makroökonomie vorrangig mit dem keynesianischen 
Koordinationsproblem und mit den Konsequenzen, die aus entsprechen­
dem Koordinationsversagen zu ziehen sind. Dabei sollte klar geworden 
sein, daß dieses Problem nicht durch flexible Preise und Löhne gelöst 
werden kann. Flexible Preise und Löhne können sogar problemverschär­
fend sein, d. h. destabilisierend wirken, wie De Long und Summers 
(1986) gezeigt haben. Insofern ist es falsch, der neoklassischen Betonung 
des Problemlösers "Preismechanismus" dadurch entgegenzukommen, 
daß man sich nur noch mit der Flexibilität bzw. Inflexibilität der Preise 
und Löhne beschäftigt. Genau das aber tut die "New Keynesian Econo­
mics" ,  die Robert Gordon ( 1990) in einem Survey des "Journal of Econo­
mic Literature" vorstellt. Gordon schreibt dort zunächst zustimmend, es 
sei der "traditional view, that Keynesian economics is fundamentally ab­
out the macroeconomic externalities of individual decisions and the Co­
ordination failure inherent in a free-market economy" (S. 1 1 17) .  
In der Gegenüberstellung mit den "New-classical Macroeconomics" 
schreibt er des weiteren zutreffend: "The essential feature of Keynesian 
macroeconomics is the absence of continuous market clearing" (S. 1 135) ,  
um dann eben doch in neoklassisches Fahrwasser zu geraten: "Each 
agent faces a constraint that is indirectly a result of his own failure to re­
duce sufficiently its price and this points to a coordination failure . . .  " .  
Hier schimmert wieder die neoklassische Vorstellung durch, jeder 
"Agent" könne durch Preissenkung seinen Absatz erhöhen. Das gilt aber 
nur bei gegebener Gesamtnachfrage, und genau dies darf in der Makro­
ökonomie nicht angenommen werden. 
Der schwedische Nationalökonom Leijonhufvud hat diese Verschie­
bung in der Argumentation mehrfach mit Hilfe einer Darstellung kriti­
siert, die sich an der schwedischen Flagge orientiert (zuletzt 1 987).  Ich 
reduziere diese hier auf das folgende Matrixschema: 
Absorptionsmechanismus 
nominal real 
Schocks 
nominal Friedmans Insel-
Hubschrauber parabel 
real Neoklassische Keynes 
Synthese 
Als rein nominale Schocks bezeichnet Leijonhufvud solche, die durch 
rein nominale Änderungen ausgeglichen werden können; z. B. kann eine 
Erhöhung der Geldmenge durch Abwurf von Geldscheinen aus einem 
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