Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1991 Heft 3 (3)

sellschaftlicher Natur getrennt werden können und dürfen. Das heißt, 
daß die unmittelbar erforderlichen Politikmaßnahmen im Bereich der 
Arbeitsmarkt- und Lohnpolitik durch weitergehende Integrationsmaß­
nahmen der Sozial-, Bildungs- und Wohnpolitik ergänzt werden müssen. 
Anmerkungen 
1 Eine Langfassung dieses Beitrags wurde von einer Arbeitsgruppe des Beirats für ge­
sellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (Beigewum) im Auftrag 
der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien erstellt. Wir möchten uns für die 
Zur-Verfügung-Stellung der Datengrundlagen bei den Kolleginnen und Kollegen vom 
Wirtschaftsforschungsinstitut und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales 
bedanken. Für wichtige inhaltliche Diskussionsbeiträge sind wir Karl Piehelmann zu 
Dank verpflichtet. Allfällige Fehler und Ungenauigkeiten verbleiben im Verantwor­
tungsbereich der Autoren. 
2 Bei allen folgenden Überlegungen gehen wir davon aus, daß das potentielle aggregier­
te Angebot an Arbeitskräften konstant und die Normalarbeitszeit exogen gegeben ist. 
Oberhalb des Reservationslohnes r wollen alle L potentiellen Anbieter eine Arbeits­
stelle annehmen, wenn w < r gilt, ziehen sie die Arbeitslosigkeit vor. r ist natürlich 
mindestens so hoch wie die Arbeitslosenunterstützung. 
3 Die hier untersuchten Daten zur Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit 
können aus statistischen Gründen nicht für ein und dieselbe Periode erstellt werden. 
Während der Vergleich nach Bundesländern aufgrund der Jahresdurchschnittswerte 
von 1989/90 erfolgt, werden die Veränderungen nach Wirtschaftsklassen für den Zeit­
raum Juli 1989 - Juli 1990 - Juni 1 991  erstellt und untersucht. Die jeweiligen Bundes­
durchschnittswerte stimmen daher nicht überein. 
4 Das ergibt sich aus den jeweiligen Spalten Angebot und Arbeitslosigkeit sowohl fÜr 
Inländer als auch für Ausländer (24,3% = 37 ,6%-13,3% und 75 ,7% = 87,4%-1 1 ,7%).  
5 Da eine Beschäftigungserhebung für ausländische Arbeitskräfte nur zweimal jährlich 
(Jänner, Juli) erfolgt, können keine Jahresdurchschnittswerte herangezogen werden. 
Zudem wurde 1991  der Erhebungsstichtag von Ende Juli auf Ende Juni vorverlegt. Da 
sich jedoch im Juli 1990 die Beschäftigung um 62 .495 Personen erhöht hatte, ist ein 
Juli 90/Juni 9 1-Vergleich nicht zielführend. Es wurden daher die aktuellen Beschäfti­
gungswerte vom Juni 1 990 herangezogen und die Ausländerbeschäftigungsanteile 
vom Juli 1990 für den Juni 1 990 als Annäherungswerte genommen. Dadurch können 
aber auch die hier ausgewiesenen Beschäftigungsveränderungen dieser beiden Jahre 
nicht addiert werden, da ansonsten die Veränderungen vom Juli 1990 zweimal gezählt 
werden. 
6 Um eine Verzerrung durch die seit Beginn des Jahres 1990 in der Arbeitslosenstatistik 
miterfaßten Asylanten zu vermeiden, ist es sinnvoll, diese Berechnungen ohne die Ar­
beitslosen der Wirtschaftsklasse "Sonstige" vorzunehmen. Der Anstieg der ausländi­
schen Arbeitskräfte in dieser Wirtschaftsklasse macht mit + 5 .943 Personen knapp 70 
Prozent des Gesamtanstieges der ausländischen Arbeitslosigkeit aus. Als 1 991  die 
Asylanten nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik erfaßt wurden, ging der Bestand an 
ausländischen Arbeitslosen in der Wirtschaftsklasse "Sonstige" wieder um 4.752 Per­
sonen zurück. 
7 Diese Aufgliederung kann nur für die Periode Juli 1989/90 vorgenommen werden. 
Siehe dazu auch Fußnote 5 .  
8 Vgl. u. a. Bartunek, E. ( 1985); Bari, A./Bucek, J./Mayer, W. (1990); Wimmer, H. (1986). 
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