Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 2 (2)

1 8. Jahrgang (1992), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft Auf der Seite der Einfuhren lassen sich die analog errechneten Impor­ te als faktische Importkonkurrenz (5) interpretieren, mit der eine Region aufgrund ihrer Produktionsstruktur konfrontiert ist (6). Die inländische Produktion für den heimischen Markt ergibt sich durch Abzug der Exporte vom Produktionsvolumen. Auf der regionalen Ebene ist diese Größe (etwa als Quote vom BPW gerechnet) ebenso hy­ pothetisch wie bei den Exporten. Grundsätzlich kommen hier zwei Arten von Kennziffern zur Anwen­ dung (7): Quoten: Exporte und Importe in Prozent des BPW, jeweils für 1986 . Zur Aussagefähigkeit und ihren Grenzen vgl. oben. Veränderungsraten der (regionalen) Exporte bzw. des Inlandsabsatzes 1986 in Prozent p. a. der betreffenden Niveaus von 1976 : Sie sind auf der regionalen Ebene wesentlich weniger hypothetisch als die Niveaus, da sie nun von der nicht unplausiblen Annahme ausgehen, daß sich die Ab­ weichungen der regionalen von den Österreichischen Exportquoten (bzw. der Quoten des Inlandsabsatzes von der Produktion) im Zeitablauf nicht ändern. Der Analyse liegen Auswertungen der Jahre 1976 und 1986 zugrunde (für vorher gibt es noch keine, für die Jahre nachher keine entsprechen­ den Reklassifikationen des Außenhandels mehr). Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, daß die Auswertungen und Berechnungen zu laufenden Preisen erfolgen mußten. Wo Kennziffern aus der Wertschöpfung errechnet wurden, handelt es sich hier um eine solche zu Marktpreisen (und nicht zu Faktorkosten) . 3. Zur Theorie des regionalen Außenhandels In Kapitel 3 .2 werden einige Arbeitshypothesen über die Eingliede­ rung der Österreichischen Regionen in die internationale Arbeitsteilung und ihre außenhandelsmäßige Performance aufgestellt. Vorher werden einige theoretische Grundlagen für diese Hypothesen angeführt. 3.1 Theoretische Ansätze (8) Neoklassik (9): In der Standardversion der vollkommenen Konkurrenz werden konstante Skalenerträge, homogene Güter, vollkommene Infor­ mation (auch über Technologie), Gütermobilität und innerhalb der Län­ der teilweise Faktormobilität, Preisflexibilität usw. vorausgesetzt. Da­ mit bestimmt international die relative Knappheit an Produktionsfakto­ ren (ausstattungsbedingte komparative Vor- und Nachteile) den Güter­ austausch. Innerhalb der einzelnen Länder wirken nur die Transportkosten raumprägend: das interregionale Arbeitsteilungs- und Spezialisierungs­ muster ergibt sich als Folge der komparativen Vorteile aufgrund von 139

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