Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 2 (2)

Wirtschaft und Gesellschaft (S. 239 und 241 f.) . Im Anschluß daran folgt aber ohne weitere Begründung die bekannte Darstellung der Opfer­ theorien: Der Nutzen aus dem Ein­ kommen wird dabei als Maßgröße für die Leistungsfähigkeit verwendet. Es wäre zumindest wünschenswert, die Konsequenzen aus der Schneidersehen Argumentation für die Opfertheorien transparent zu machen. 5. Verwirrend und zum Teil falsch ist die Darstellung der Einkommens­ und Substitutionseffekte im Kapitel über Allokationswirkungen von Steu­ ern. So wird zum Beispiel beim Vergleich der Wirkung einer speziellen und all­ gemeinen Verbrauchssteuer auf die Güternachfrage die Reduktion der Gütermenge infolge einer allgemeinen Verbrauchssteuer als Einkommensef­ fekt der ersteren bezeichnet. Die Dif­ ferenz zum - mit der Preiserhöhung aufgrund einer aufkommensneutralen, speziellen Verbrauchssteuer verbun­ denen - gesamten Mengeneffekt beim besteuerten Gut stellt sodann nach Brummerhoff S. 263 den Substituti­ onseffekt dar. Beides sind Definitio­ nen, die offensichtlich im Wider­ spruch zur Slutsky-Gleichung stehen. Im Widerspruch zur üblichen Ver­ wendung der Begriffe steht auch die in Übersicht 14-1, S. 247 und im nachfol­ genden Text ausgeführte Gleichset­ zung von Steuereinholung und Ein­ kommenseffekt sowie von Steueraus­ weichung und Substitutionseffekt. 6. Im Vergleich zur 1 . Auflage wurde die Erläuterung von Subventionen um die Darstellung von Sachleistungen ergänzt. Es ist allgemein bekannt, daß Sachleistungen gegenüber kostenneu­ tralen monetären Transfers höchstens gleich gut, unter Umständen aber auch Pareto-inferior sind. Allerdings sollte man aus diesem Umstand noch nicht unmittelbar ableiten, daß Sachleistun­ gen "besonders problematisch" seien, wie dies Brummerhoff auf S. 265 tut. Sicher weist die mögliche mangelnde Allokationseffizienz auf eine vorhan- 248 1 8. Jahrgang (1 992), Heft 2 dene Problematik hin. Für ein derart summarisches und politische Konklu­ sionen suggerierendes Urteil ist dieser eine Aspekt, und mag er auch wichtig sein, nicht hinreichend. Bei solchen allzu nahtlosen Über­ gängen von der Modellargumentation in die Praxis wäre - auch an einigen anderen Stellen -mehr Zurückhaltung geboten. Vielfach fehlt es an der sprachlichen Differenzierung zwi­ schen dem logisch Möglichen und dem empirisch tatsächlich Zutreffenden - zwischen Argumenten und Ideen ei­ nerseits und Fakten andererseits. 7. Nicht sehr glücklich ist auch der zumindest implizit durch den Text na­ hegelegte Zusammenhang zwischen Zinselastizität des Sparens und der Erreichung des gesamtwirtschaftli­ chen Pareto-Optimums bei Vorliegen einer die Zinseinkünfte einschließen­ den Einkommenssteuer. Sie bewirkt das Auseinanderfallen der N ettozins­ sätze der Sparer und der Bruttozins­ sätze der Investoren. Aus diesem Grund kommt es nach Brümmerhoff - ausgenommen bei einer zinsunelasti­ schen Sparfunktion - zur Verfehlung des Pareto-Optimums und zu Wohl­ fahrtsverlusten (S. 267) . Die maßgebende Ursache für die Wohlfahrtsverluste infolge einer Be­ steuerung der Zinseinkünfte ist jedoch nach Feldstein (1978) die Verzerrung der relativen Preise zwischen Gegen­ warts- und Zukunftskonsum und nicht der Keil zwischen Netto- und Bruttozinssätzen. Auch bei zinsunela­ stischer Sparfunktion erhöht die Be­ steuerung der Zinseinkünfte den rela­ tiven Preis des Zukunftskonsums. Da­ durch kommt es zu einer relativen Umschichtung von Zukunfts- auf Ge­ genwartskonsum. Im Gegensatz dazu läßt eine Einkommensteuer, die die Zinseinkünfte nicht besteuert, die in­ tertemporale Grenzrate der Substitu­ tion unverändert und ist deshalb aus Effizienzüberlegungen vorzuziehen. 8. Ein letzter ergänzungsbedürftiger Punkt, der hier im Zusammenhang mit

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