Volltext: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 2 (2)

Wirtschaft und Gesellschaft 1 8. Jahrgang (1 992), Heft 2 nes möglichen regionalen Disparitätenausgleichs, der in der Regional­ ökonomie im allgemeinen im Vordergrund steht, behandelt. Gegen diese Fragen treten kreislaufanalytische Aspekte - etwa der der Multiplika­ torwirkung des regionalen Außenhandels - in den Hintergrund. Im weiteren wird wie folgt vorgegangen: In Kapitel 2 wird kurz die Methode vorgestellt, mit der die Zensus­ und Außenhandelsdaten für unsere Anaylse verwendbar gemacht wer­ den. In Kapitel 3 werden theoretische Ansätze zur Analyse des regiona­ len Außenhandels vorgestellt und daraus Arbeitshypothesen für Öster­ reich sowie hier verwendete Abgrenzungen von Regionen und Sektoren abgeleitet. Das empirische Material wird dann in Kapitel 4 für Öster­ reichische Funktional(=Nodal-)regionen und in Kapitel 5 für Bundeslän­ der analysiert. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse an den in Kapitel 3 aufgestellten Arbeitshypothesen gemessen. 2. Die Methode und ihre Grenzen Um die Lücke an verwertbaren regionalen Außenhandelsdaten zu fül­ len, machten wir uns die Tatsache zunutze, daß das Österreichische Statistische Zentralamt seit kurzem mit Audoklassys auf der Aktivitäts­ ebene eine Kombination von Produktions- und Außenhandelsstatistik von über hundert Dreistellern der Österreichischen Betriebssystematik 1968, die relativ homogene Produktgruppen darstellen, ermöglicht (3). Unter der Annahme, daß die Exportneigung je Produktgruppe unabhän­ gig vom Produktionsstandort ist, läßt sich der Österreichische Außen­ handel nach Sektoren für Regionen durch Zusammengewichtung ent­ sprechend der regionalen Produktionsstrukturen nach Dreistellern regionalisieren (4). Es muß dabei jedoch im Auge behalten werden, daß es auf regionaler Ebene nicht um effektiven, sondern um hypothetischen Außenhandel geht. Seine Berechtigung leitet der Ansatz aus folgenden Argumenten ab: Die Produktgruppen sind relativ fein. Es kann zwar nicht grundsätzlich von Homogenität im Sinne des Produktzyklusansatzes gesprochen wer­ den, d. h. die Produkte innerhalb der relevanten Gruppen können sich - etwa je nach Phase des Zyklus - im Hinblick auf Einkommens- und Preiselastizität der Nachfrage unterscheiden. Sie gehören jedoch jeweils dem gleichen Verwendungssegment an und stehen in mehr oder weniger direktem (d. h. substitutivem und nicht komplementärem) Wettbewerb zueinander. Dabei geben uns die hypothetischen Exporte auf regionaler Ebene Informationen über die strukturelle Ausrichtung auf die Auslandsnach­ frage bei Regionen, d. h. über die Exportmöglichkeiten und -chancen, nicht aber über deren effektive Realisierung. Auch bei großer Homoge­ nität der Produkte spielen hier Parameter wie regional unterschiedliche Marktferne, Organisationsgrad und Größe der Unternehmen usw. eine zusätzliche Rolle. 138

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