Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 1 8. Jahrgang (1 992), Heft 4 
Vorschriften, Präferenzen und Wertvorstellungen der Konsumenten 
sowie die Struktur und Entwicklung ihrer Volkswirtschaft. 
e Als einen weiteren Nachteil bezeichnet er die Diskriminierung der 
ausländischen Unternehmung durch private Anbieter und Nachfrager 
sowie durch die nationale Regierung. Hymer vermindert die Bedeu­
tung dieser Behauptung aber selbst, indem er diese Verhaltensweise 
zeitlich begrenzt. 
e Der dritte Nachteil besteht in dem Wechselkursrisiko, dem die auslän­
dische Unternehmung ausgesetzt ist. Die Aussagekraft dieses Argu­
mentes reduziert sich aber ebenfalls, wenn auch das Handlungsum­
feld der einheimischen Konkurrenten betrachtet wird, die ihren Pro­
duktions- und Absatzbereich auch auf ausländische Märkte ausge­
dehnt haben. 
Die Existenz von Nachteilen für ausländische Investoren führt Hymer 
zu der Vermutung, daß eine Unternehmung nur dann zu Direktinvesti­
tionen fähig ist, wenn die firmenspezifischen Vorteile gegenüber der lo­
kalen Konkurrenz so bedeutend sind, daß die bestehenden Nachteile 
überkompensiert werden. Die Wettbewerbsvorteile werden zu einer not­
wendigen Bedingung für Direktinvestitionen. Die von Hymer propagier­
te Sichtweise der unvollkommenen Märkte wird in den nachfolgenden 
Erklärungsansätzen aufgegriffen und auch teilweise fortgeführt. 
Das Grundkonzept der Internalisierungstheorie basiert auf der Trans­
aktionskostenökonomie, die ihren Ausgangspunkt in den Überlegungen 
von Coase findet und von Williamson weiterentwickelt wurde. Coase un­
terscheidet bei den Transaktionskosten zwei verschiedene Kategorien, 
die bei der Vereinbarung und Abwicklung eines Leistungsaustausches 
außerhalb der Unternehmung entstehen. Zum einen werden Informati­
onskosten zur Ermittlung der relevanten Preise berücksichtigt, zum an­
deren wird auf Verhandlungskosten hingewiesen, die sich auf den Ab­
schluß von Verträgen für die einzelnen Markttransaktionen ausdehnen 
( 1 1) .  Eine Internalisierung des bestehenden Leistungsaustausches findet 
immer dann statt, wenn diese unternehmensexternen Transaktionsko­
sten höher sind als die unternehmensinternen Transaktionskosten, die 
sich überwiegend aus Organisations- und Kontrollkosten zusammen­
setzten. Williamson hat die Gedanken von Coase aufgegriffen und durch 
die Integration anderer Bereiche der ökonomischen Theorie einen um­
fassenden Erklärungsansatz der Entwicklung von Unternehmungen 
konstruiert. Die Weiterentwicklung des originären Transaktionskasten­
ansatzes basiert auf einer vergleichenden Analyse alternativer Organisa­
tionsformen. Die Form kann neben der bürokratischen und marktliehen 
Struktur auch durch alle denkbaren Zwischenformen charakterisiert 
sein (12) .  
Die Überlegungen Williamsons zeigen neue transaktionskostenökono­
mische Perspektiven zu dem Aufbau und der Struktur von Unterneh­
mungen, die als ein weiterer Schritt zur Erklärung des Zustandekom­
mens von Direktinvestitionen und d:;1mit auch zur Entstehung von 
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