Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 4 (4)

1 8. Jahrgang (1 992), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft 
Finnland, das einen Großteil der Sozialversicherung über nichtstaatli­
che Institutionen abwickelt, scheint hier nur mit geringer Belastung auf. 
in Schweden ist die Belastung des Faktors Arbeit deutlich geringer. In­
teressant ist dabei auch das Gewicht von Sozialversicherungsbeiträgen 
und "payroll taxes" .  Im Jahr 1989 entfallen von den 30,8 Prozent Steu­
ersatz in Österreich 4,7 Prozentpunkte auf "payroll taxes" ,  in Schweden 
sind es 3 , 1  Prozentpunkte von 27 ,6  Prozent Steuersatz. 
Tabelle 11  
Belgien 
BRD 
Finnland 
Niederlande 
Österreich 
Schweden 
Gesamtbesteuerung des Arbeitsinputs in% 
("tax wedge" lt. OECD-Konzept) 
1980 
43,06 
39,78 
32,52 
45,60 
44,20 
48,2 1 
Quelle: eigene Berechnungen. 
1989 
46,27 
42,08 
36 ,40 
49,83 
45 ,20  
53 ,35 
Aus Tabelle 1 1  sieht man, daß die hohe Besteuerung des Faktors Ar­
beit durch Sozialversicherungsbeiträge und "payroll taxes" in Öster­
reich durch niedrige direkte Steuern wieder kompensiert wird. Die hier 
angestellten Berechnungen sind durch die Verwendung der Einkommen­
steuer und nicht der Lohnsteuer für die Berechnung von ty sicherlich 
verzerrt. Das sieht man auch daran, daß die in Tabelle 1 1  erhaltenen 
Werte alle unter jenen liegen, die Mc Kee, Visser, Saunders (1986) für 
1983 berechnet haben. Die bedeutenden Gestaltungsmöglichkeiten im 
Steuerrecht, die im Ergebnis zu niedrigen Belastungsquoten führen, 
konzentrieren sich auf selbständig Erwerbstätige und nicht auf Lohn­
empfänger. Die Tendenz der Ergebnisse dürfte jedoch haltbar sein und 
zeigt nochmals, daß in Österreich und den Niederlanden der Faktor Ar­
beit sehr hoch besteuert wird, was teilweise durch geringere direkte Be­
steuerung wieder ausgeglichen wird. 
Aus Tabelle 1 1 läßt sich ferner herauslesen, daß in Schweden wesent­
lich höhere Steuern im Faktorpreis enthalten sein müssen, um einem Be­
schäftigten den Kauf eines gewissen Güterbündels zu ermöglichen, als in 
den anderen Vergleichsländern. Dieses Konzept der OECD ist dann rele­
vant zur Bestimmung der Wettbewerbsfähigkeit eines Steuersystems, 
wenn auch beim Faktorangebot internationaler Wettbewerb herrscht. 
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