21 .  Jahrgang (1 995), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft 
Energieabgaben als L�ndersteuern? 
Wirkungsanalytische und finanz�
verfassungsrechtliche �berlegungen 
am Beispiel des 
"Feldversuchs Vorarlberg" 
Eva Maria Bolter, Manfried Gantner, Richard Hennessey 
1. Einleitung 
In ihrem Arbeits�bereinkommen bekennt sich die �sterreichische 
Bundesregierung zur stufenweisen Einf�hrung einer Energieabgabe in 
der neuen Legislaturperiode. Die bereits seit l�ngerem gef�hrte Diskus�
sion um eine �kologisierung des Steuersystems hat vor diesem Hinter�
grund an tagespolitischem Interesse gewonnen. Noch vor Bekanntwer�
den des aktuellen Vorsto�es wurden in Vorarlberg �berlegungen hin�
sichtlich einer m�glichen "Vorreiterrolle" des Landes in Sachen Ener�
gieabgabe angestellt. Der anvisierte Vorarlberger Alleingang sollte als 
ernstzunehmende Alternative im Hinblick auf die Erreichung energiepo�
litischer Ziele des Landes, aber auch als denkbarer "Feldversuch" f�r 
ein gegebenenfalls sp�ter folgendes �sterreich-jeuropaweites Vorgehen 
verstanden werden. Der vorliegende Aufsatz referiert die Ergebnisse 
einer diesbez�glichen Machbarkeitsstudie (1) .  Eines ihrer Hauptergeb�
nisse ist gleich vorwegzunehmen: Der "Feldversuch Vorarlberg" schei�
tert an seiner mangelnden finanzverfassungsrechtlichen Zul�ssigkeit. 
Die prinzipiellen �berlegungen zur erhebungstechnischen und �kono�
mischen Machbarkeit der Vorarlberger Energieabgabe sind aber - wenn 
auch nicht als "Feldversuch" ,  so doch als Gedankenexperiment - f�r die 
aktuelle bundesweite Diskussion durchaus von Interesse. 
Im folgenden Abschnitt 2 wird zun�chst eine Systematisierung g�ngi�
ger Modelle von Energieabgaben vorgenommen. Deren konkrete Ausge�
staltungsmerkmale werden dann anhand des "Feldversuchs Vorarlberg" 
besprochen. Abschnitt 3 liefert ein einfaches Analyseschema zu den 
m�glichen Wirkungen einer Energieabgabe. Darauf aufbauend werden 
nachfolgend die Wirkungen in ausgew�hlten Bereichen behandelt: Ab-
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