Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

23 . Jahrgang ( 1 997), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft 
festzuhalten , daß die Beschäftigung in Europa zwischen 1 973 und 1 993, 
also in dem von Krugman betrachteten Zeitraum, ebenso wie die Arbeits­
losigkeit gewachsen ist. 
3.3 Wood 
Wood geht von der empirischen Feststellung aus, daß seit 1 955 der 
Import von Fertigungsgütern aus den Entwicklungsländern in die OECD 
stark zugenommen hat. Er verwendet ebenfalls das bereits bekannte 2x2 
HO-Modell und nimmt an, daß, gemäß der Neo-Faktorproportionentheorie, 
die unterschiedliche Ausstattung der beteil igten Ökonomien mit qualifi­
zierten und unqualifizierten Arbeitskräften der Grund für den Handel ist. 
Er begründet die Vernachlässigung von Kapital als handelsverur­
sachenden Produktionsfaktor, indem er auf die internationalen Kapital­
flüsse hinweist, welche die Zinssätze (natürlich unter Berücksichtigung der 
Risikoaufschläge) und somit die Kapitaleinkünfte weltweit vereinheitlichen. 
Laut Wood hat die Kapitalausstattung damit keinen Einfluß auf die relati­
ven Preise der beiden Sektoren in den beteil igten Ländern . 
Bei der Einteilung der Qual ifikationsstufen unterscheidet Wood in den 
Entwicklungsländern Personen mit einer gewissen Basisausbildung von 
Personen ohne jegliche Ausbildung. Die letztere Gruppe schließt er aus 
seiner Betrachtung aus, da sie in modernen Fertigungsindustrien kaum 
einsetzbar sind . 
Als Ursache für den Anstieg des Nord-Süd-Handels nimmt Wood die Li­
beral isierung des Außenhandels an. Dadurch stellt er sicher, daß die ver­
änderten Handelsströme eine exogene, n icht gesondert zu erklärende 
Ursache haben. 
Ausgehend von diesen Voraussetzungen errechnet Wood, anhand des 
Faktorgehalts der jeweil igen Importe und Exporte, die Auswirkungen des 
Nord-Süd-Handels auf d ie Arbeitsmärkte im Norden. Üblicherweise fin­
den solche Berechnungen unter der Annahme statt, daß der Handel voll­
ständig diversifiziert ist. 
Der wesentliche Unterschied zwischen Woods Berechnung und ande­
ren Untersuchungen ist, daß er zur Abschätzung des Faktorgehalts 
Faktorintensitäten von Gütern berechnet, welche durch die Außenhandels­
öffnung in den Industriestaaten nicht mehr hergestellt werden. Dadurch 
erhält er einen höheren Verlust an Beschäftigung als Studien welche vom 
Diversifikationsgleichgewicht ausgehen . Wood merkt an, daß unter die­
ser Annahme kein Faktorpreisausgleich zu erwarten ist. 
Er schätzt, daß al leine durch die Spezialisierung auf qual ifikations­
intensivere Produkte die Nachfrage nach schlechter Qualifizierten um ca. 
5% zurückgegangen ist. Zusätzlich muß der Effekt von technischem Fort­
schritt, welcher auf die gestiegene Konkurrenz aus dem Süden zurück­
geht, berücksichtigt werden . Wood schätzt d iesen Effekt auf ca. d ie selbe 
Größenordnung. 
Darüber hinaus schätzt Wood, daß durch den negativen Einfluß des 
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