Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 23.  Jahrgang ( 1 997), Heft 3 
Es werden folgende Szenarien simuliert: 
Eine Abschaffung sämtlicher Zölle, wobei einmal die I nvestitionen fi­
xiert werden , d .h . ,  d ie Anpassung über die Leistungsbilanz erfolgt, und 
einmal die Leistungsbilanz ausgeglichen gehalten wird und die Anpas­
sung über Sparen und Investitionen zustande kommt. 
I nteressant bei diesen Ergebnissen ist, daß im ersten Fall d ie Wohlfahrts­
gewinne gemessen an den im In land verfügbaren heimischen und impor­
tierten Gütern nur ca. 0, 1 3% des B IP beträgt, im zweiten Fall überhaupt 
ein Wohlfahrtsverlust entsteht, da sich die terms of trade verschlechtern. 
Dieses im Vergleich zu den oben angeführten theoretischen Erklärungen 
über die Vorteile des Freihandels überraschende Ergebnis, kommt unter 
anderem zustande, da in den theoretischen Betrachtungen immer Autar­
kie mit Freihandel verglichen wurde, hier jedoch eine graduelle Verände­
rung bei bereits offenem Außenhandel betrachtet wird. 
Eine Zollunion mit der EU ,  mit und ohne Übernahme der gemeinsamen 
Landwirtschaftspolitik. 
Und zuletzt ein Ansteigen der Ölpreise um 50%, sowie ein Fallen der 
Importpreise um 5%. Letzteres ist eine Annäherung an die im Ceccini­
Report berechneten Effekte der Vollendung des Binnenmarktes. 
Im letzten Fall ergeben sich Wohlfahrtsgewinne, welche jene bei Ab­
schaffung aller Handelshemmnisse übersteigen. Ebenso wie beim Frei­
handel ergibt die Simulation auch hier einen Rückgang der Produktion im 
Agrar- und Nahrungsmittelsektor, sowie bei der Produktion von Halbfertig­
waren und einen Zuwachs in allen anderen Sektoren. 
3.5.4 Kritik an Breussffesche 
Wie auch von Kahler wird mangels aktuellerer Daten die 1 0- Tabelle 
von 1 976 verwendet, wodurch die Gültigkeit der Ergebnisse für Simula­
tionen,  welche das Ende der achtziger Jahre betreffen, etwas einge­
schränkt wird .  Dies wird auch von den Autoren angemerkt. 
Wiederum ist die völlig unzureichende Modeliierung des Arbeitsmark­
tes eines der größten Probleme dieser CGE-Modelle. Gerade in diesem 
Punkt muß auf weitere theoretische und empirische Forschungen gehofft 
werden. 
3.5.5 Aiginger/Winter-Ebner/Zweimüller 
Die Untersuchung konzentriert sich zwar ausschl ießlich auf den Au­
ßenhandel mit Osteuropa, ist aber aufgrund der verwendeten Ansätze 
durchaus von allgemeinem Interesse für die Frage nach den Beschäfti­
gungswirkungen des Außenhandels. 
Den Untersuchungen liegt dabei al lerdings kein Außenhandelsmodell 
zugrunde, sondern eine partialanalytische Betrachtung des Arbeitsmark­
tes. Die Autoren sind vor allem an detai l l ierten Ergebnissen betreffend 
di? Arbeitsmarktwirkungen interessiert. 
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