Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1998 Heft 1 (1)

Wirtschaft und Gesellschaft 
Konsolidierung des MOE-Raumes sei 
in erster Linie der Unwillen der großen 
westl ichen Industriestaaten gewesen, 
ihre Märkte für die mit den Weltmarkt­
preisen nicht konkurrenzfähigen Ge­
treideexportländer Ostmittelsuropas zu 
öffnen. Dieses Dilemma habe sich die 
deutsche Politik mit ihrer Expansions­
strategie zunutze gemacht. Der Be­
fund, daß "der komplexe Zusammen­
hang von Finanzfragen, Verkehrs-, Ab­
satz- und Produktionsproblemen und 
Zollpolitik mit der Politik der europäi­
schen Großmächte" die Lösung der 
"mitteleuropäischen Frage" so schwie­
rig gemacht habe (S. 387), ist wohl zu­
treffend. Aus den Aufsätzen von Jancik 
und Matis sowie Berger, Novotny, 
Sousa wird aber auch klar, wie wichtig 
adäquate internationale Institutionen, 
wie sie gegen Ende des Zweiten Welt­
kriegs und danach geschaffen worden 
sind, für die wirtschaftliche Entwicklung 
Europas nach 19 18  gewesen wären. 
Jürgen Nautz 
1 64 
24. Jahrgang ( 1 998),  Heft 1 
Anmerkungen 
( 1 )  Den Rezensenten wundert die Titulie­
rung "reichsdeutsch" nicht wenig. 
(2) Erstmals: The Economic Lag of Central 
und Eastern Europe: Evidence from the 
Late Nineteenth-Century Habsburg Em­
pire (=Center for Austrian Studies, Wor­
king Paper 93-7, Minneapolis 1 993). 
(3) Vgl. z.B.  Schubert, Aurel, The Credit­
Anstalt Crisis of 1 931  (Cambridge 
1 991  ) ;  Eigner, Pater; Weigel, Andreas, 
Außer Streit gestellt. Die Österreichische 
Postsparkasse als Modell geldwirt­
schaftlicher Integration Mitteleuropas 
1 883-1938 (Wien 1 992). 
(4) Interessanterweise rubrizieren in  die­
sem Beitrag auch Transport, Banken 
und Landwirtschaft als lndustriebran­
chen. Siehe Tabelle 5, S. 243. 
(5) Butschek, Felix, Vom Konflikt zur Kon­
sensorientierung. Die Kammer für Ar­
beiter und Angestellte und die Wirt­
schaftspolitik Osterreichs 1 920-1995 
(Wien 1 996) 39 ff. 
(6) Der auf S.  255 genannte deutsche Anteil 
an den österreichisch-ungarischen Ex­
porten von "gegen 30 Prozent" ist deut­
lich zu niedrig. Vgl .  Tessner, Magnus, 
Der Außenhandel Österreich-Ungarns 
von 1 867 bis 1 91 3  (Köln 1 989), nennt 
41 ,7% (Tabelle 1 8, S. 94).
        

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