Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1998 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 24. Jahrgang ( 1 998),  Heft 4 
aber nichts an der Aussage, daß sich die Ungleichheit der Lohnverteilung 
verschärft hat. Betrachtet man etwa Abb. 1 ,  so läßt sich ein eindeutiger po­
sitiver Zusammenhang zwischen Lohnsteigerung und Lohnhöhe feststellen. 
Abbildung 1 :  Jährliche prozentuelle Veränderung der realen Wochenlöh­
ne (Preise von 1994) in den USA 1973-1994, nach Perzentil geordnet 
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Perzentit 
Q: Gottschalk (1997) 27. 
Zusätzlich weisen die empirischen Studien darauf h in ,  daß sowohl die 
Ungleichheit zwischen wohldefinierten Gruppen von Arbeitnehmern zuge­
nommen hat (etwa zwischen unqualifizierten und qualifizierten oder zwi­
schen erfahrenen und unerfahrenen) als auch diejenige innerhalb d ieser 
defin ierten Gruppen. So erhöhte sich etwa die "Col lege Prämie" (1 1 )  zwi­
schen 1 979 und 1 989 von 23% auf 43% ( 1 2). Ebenso wurde aber auch 
errechnet, daß etwa die Hälfte des gesamten Anstiegs in der Lohn­
ungleichheit innerhalb jener "homogenen" Ausbildungs- und Erfahrungs­
gruppen erfolgt ist (1 3). 
Die Diskussion der Gründe dieser Entwicklung verläuft kontroversiel l ,  
und in der Literatur finden sich meist vielschichtige Erklärungen, die 
angebotsseitige, nachfrageseitige und institutionelle Faktoren berücksich­
tigen. Da dieser Aspekt der Literatur aber nicht im Zentrum des vorliegen­
den Artikels steht, soll darauf nur in al ler Kürze eingegangen werden (1 4). 
Der Änderung der institutionellen Rahmenbedingungen (zB. Rückgang 
des Min imallohns und der gewerkschaftl ichen Organisation) wird - je nach 
Ansatz und Schätzmethode - etwa 20% des Anstiegs der Lohnungleich­
heit zugeschrieben (1 5). Hauptsächlich sind es jedoch nachtrageseilige 
Faktoren,  die für den Anstieg der Ungleichheit verantwortlich gemacht 
werden: Verschiebungen der industriellen Struktur, d ie Zunahme des inter­
nationalen Wettbewerbs ( 1 6) und "ski/1-biased' technologische Verände­
rungen . Jede dieser Änderungen führt theoriegemäß zu einer erhöhten 
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